T-Mobile und Verizon zweifeln an Starlink-Mobilfunknetz
Elon Musks Pläne, mit SpaceX und Starlink stärker in den klassischen Mobilfunk vorzudringen, sorgen bei den etablierten US-Anbietern bislang eher für Spott als für Sorge. So bezeichnete T-Mobile-Finanzchef Peter Osvaldik das Vorhaben auf einer Investorenkonferenz als keine ernsthafte Wettbewerbsbedrohung. Auch Verizon sieht Satellitenverbindungen vorerst vor allem als Ergänzung zum bestehenden Mobilfunknetz.
SpaceX will das von EchoStar erworbene Frequenzspektrum künftig für ein hybrides Netz nutzen. Neben Starlink-Satelliten sollen dabei zahlreiche kleine Funkzellen, etwa auf Hausdächern, zum Einsatz kommen. Durch den rund 17 Milliarden US-Dollar teuren Frequenzkauf stehen SpaceX insgesamt 65 MHz zur Verfügung. Das ist deutlich mehr als die bisher für den Direct-to-Device-Dienst genutzten Kapazitäten, reicht aus Sicht von T-Mobile aber bei Weitem nicht für einen flächendeckenden Ersatz klassischer Mobilfunknetze.
Das Problem liegt vor allem in den physikalischen Grenzen der Satellitentechnik. Ein Signal aus dem All verliert auf dem Weg zur Erde erheblich an Stärke und kann Gebäude oder andere Hindernisse nur schlecht durchdringen. Gleichzeitig könnten sich bei der geplanten gemeinsamen Nutzung der Frequenzen durch Satelliten und Bodenstationen erhebliche Interferenzen ergeben. T-Mobile schätzt deshalb, dass eine enorme Zahl von Kleinzellen nötig wäre, um eine vergleichbare Versorgung zu erreichen. Die dafür anfallenden Kosten könnten laut Osvaldik bei mehr als 100 Milliarden US-Dollar liegen.
Auch Verizon-Chef Dan Schulman sieht deshalb keinen unmittelbaren Angriff auf das klassische Mobilfunkgeschäft. Satellitendienste könnten abgelegene Regionen versorgen und Funklöcher schließen, in dicht besiedelten Gebieten seien sie ohne leistungsfähiges terrestrisches Netz jedoch kaum konkurrenzfähig. Für SpaceX bedeutet das, dass Starlink Mobile zwar zusätzliche Möglichkeiten eröffnet, der vollständige Ersatz bestehender Mobilfunknetze aber vorerst wohl an technischen und wirtschaftlichen Hürden scheitert.