Nvidia-Deal: So will Deutschland bei KI durchstarten
Während in der EU immer wieder über mehr Unabhängigkeit von den USA und ihren Technologiekonzernen diskutiert wird, setzt die Bundesregierung auf eine enge Zusammenarbeit mit dem US-Chiphersteller Nvidia. Das mag auf den ersten Blick widersprüchlich wirken, ist aber der aktuellen Lage geschuldet: Ohne amerikanische KI-Chips geht es derzeit schlicht nicht mehr und daran wird sich wohl so schnell auch nichts dran ändern.
Das Ziel der Kooperation ist ehrgeizig, denn künstliche Intelligenz soll in Deutschland den Durchbruch schaffen und zwar nicht nur für Chatbots, sondern vor allem für sogenannte physische KI. Gemeint sind Systeme, die autonome Fahrzeuge, Roboter oder ganze Fabriken steuern können. Die Bundesregierung will dafür einen dreistelligen Millionenbetrag bereitstellen, um Rechenkapazität einzukaufen und neue KI-Modelle zu trainieren.
Nvidia soll nicht nur Technik liefern, sondern auch eigene Ingenieure entsenden. Auch Audi, Black Forest Labs und Siemens sind offenbar an dem Projekt beteiligt. Grundlage ist die Initiative Soofi, die sovereign open source foundation models, also souveräne Open-Source-Modelle. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die Weiterentwicklung von Sprachmodellen, sondern leistungsstarke KI für industrielle Anwendungen.
Offiziell bestätigen wollten weder Nvidia noch die Bundesregierung die Zusammenarbeit. Die offizielle Vorstellung ist für diese Woche auf dem Investitionsgipfel Invest in Germany in Berlin geplant, bei dem auch Nvidia-Chef Jensen Huang erwartet wird. Für Deutschland bietet sich damit die Chance, seine Stärken in der Produktion mit KI auf ein neues Level zu heben.