Google Chrome lädt unbemerkt große Datei für KI-Funktionen
Ein aktueller Fund des Datenschutzforschers Alexander Hanff wirft ein kritisches Licht auf den Umgang von Google Chrome mit neuen KI-Funktionen. Der Browser installiert neuerdings nämlich offenbar ohne klare Information der Nutzer eine rund vier Gigabyte große Datei auf dem Rechner. Diese Datei gehört zum lokalen KI-Modell Gemini Nano und enthält zentrale Daten, die für Funktionen wie Schreibhilfe oder Betrugserkennung benötigt werden.
Besonders problematisch ist hier vor allem die fehlende Transparenz. Die Installation erfolgt automatisch, sobald entsprechende KI-Funktionen aktiv sind und das Gerät die technischen Voraussetzungen erfüllt. Da diese Funktionen in neueren Versionen standardmäßig eingeschaltet sind, wird der Download praktisch ohne Zutun der Nutzer ausgelöst. Selbst wenn die Datei gelöscht wird, lädt der Chrome-Browser sie erneut herunter, solange die KI-Optionen aktiv bleiben.
Neben datenschutzrechtlichen Fragen steht auch die ökologische Dimension im Raum, denn durch die enorme Verbreitung des Browsers summiert sich der Download dieser großen Datei weltweit auf erhebliche Emissionen. Hanff kritisiert dies als vermeidbar und rechtlich bedenklich. Wer das Verhalten unterbinden möchte, muss gezielt eingreifen. Erst wenn sämtliche KI-Funktionen in den erweiterten Einstellungen deaktiviert werden, lässt sich die Datei überhaupt dauerhaft entfernen.