EU-Parlament setzt auf Qwant statt Google
Ab dem 4. Juni 2026 nutzt das Europäische Parlament auf seinen internen Rechnern standardmäßig die französische Suchmaschine Qwant statt Google. Wer im Parlament also über die Adressleiste von Edge oder Firefox sucht, wird künftig automatisch zu Qwant weitergeleitet. Die Voreinstellung kann allerdings jederzeit geändert werden, sodass der Schritt vor allem symbolischen Charakter hat.
Mit der Entscheidung will das Parlament ein Zeichen für mehr Datenschutz und eine geringere Abhängigkeit von großen US-Technologiekonzernen setzen. Qwant wirbt seit Jahren damit, Suchanfragen ohne umfassendes Nutzertracking auszuwerten und persönliche Daten nicht für Werbezwecke zu nutzen. Der Wechsel geht auf politische Forderungen aus dem vergangenen Jahr zurück, als mehrere EU-Abgeordnete einen stärkeren Fokus auf europäische Technologien verlangten.
Trotz der politischen Signalwirkung bleibt die praktische Bedeutung zunächst begrenzt. Qwant setzt nach wie vor bei einem großen Teil seiner Suchergebnisse auf den Index von Bing und ist damit weiterhin von der Suchtechnologie des US-Konzerns Microsoft abhängig. Der Austausch von Google gegen Qwant bedeutet daher noch keine vollständige digitale Unabhängigkeit. Dennoch zeigt die Entscheidung, in welche Richtung die europäische Digitalpolitik künftig gehen soll. Sie dürfte als Teil einer größeren Strategie verstanden werden, europäische Alternativen sichtbarer zu machen und technologische Abhängigkeiten schrittweise zu reduzieren.