OpenAI ändert Kurs: Daten von US-Nutzern für Werbung im Einsatz
OpenAI hat seine Datenschutzregeln für Nutzer in den Vereinigten Staaten überarbeitet und schlägt damit eine deutlich werbefreundlichere Richtung ein. Wer Dienste wie ChatGPT oder Codex zukünftig weiterhin nutzen möchte, muss den neuen Bedingungen zustimmen. Erstmals ist darin auch von Marketingpartnern die Rede, mit denen Daten geteilt werden können. Gleichzeitig können Cookies eingesetzt werden, um Nutzer auch über verschiedene Apps hinweg wiederzuerkennen und gezielt Werbung auszuspielen.
Konkret bedeutet das, dass Daten aus der Nutzung von ChatGPT und anderen Angeboten künftig für personalisierte Werbung verwendet werden können. Diese Werbung soll auch direkt in den eigenen Anwendungen erscheinen, jedoch klar vom eigentlichen Chatverlauf getrennt bleiben. Auffällig ist dabei vor allem der Hinweis des Unternehmens, dass Nutzer keine sensiblen Inhalte in Chats teilen sollten, da diese grundsätzlich in solche Systeme einfließen könnten.
Die Voreinstellungen zeigen eine klare Tendenz, denn bei kostenlosen Accounts ist das Tracking wenig überraschend direkt standardmäßig aktiviert, während es bei einigen kostenpflichtigen Varianten deaktiviert ist. Nutzer müssen also aktiv widersprechen, wenn diese keine personalisierte Werbung möchten. Dieses Opt Out Modell dürfte vor allem bei Gratisnutzern für Kritik sorgen.
Überraschend kommt diese Änderung nicht, bereits Anfang 2026 hatte OpenAI nämlich angekündigt, stärker auf Werbung setzen zu wollen, um die hohen Kosten zu decken. Mit der neuen Datenschutzrichtlinie wird diese Strategie nun konkret umgesetzt. Ob ähnliche Modelle auch in Europa eingeführt werden, ist unklar - da strengere Vorgaben durch DSGVO und andere Regelwerke hier deutlich höhere Hürden darstellen könnten.