AWS verliert durch Iran-Krieg sämtliche Daten aus Rechenzentren in Bahrain
Die Folgen der Angriffe auf US-Infrastruktur im Iran-Krieg werden für Amazon immer deutlicher. Amazon Web Services (AWS) hat inzwischen nun auch bestätigt, dass Daten aus mehreren Rechenzentren in Bahrain endgültig verloren sind. Auch eine Anlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wurde so schwer beschädigt, dass AWS dort nicht mehr auf die ausschließlich gespeicherten Daten zugreifen kann.
Betroffen sind alle drei AWS-Rechenzentren in Bahrain. Für die Availability Zones mes1-az1, mes1-az2 und mes1-az3 hat Amazon die Wiederherstellungsversuche eingestellt und verweist betroffene Kunden auf ihre eigenen Backups. In den VAE gilt das bislang nur für mes1-az2 beziehungsweise mec1-az2. Bei den beiden anderen Standorten versucht AWS weiterhin, die dort gespeicherten Daten zu retten. Gleichzeitig soll die zerstörte Infrastruktur in den Emiraten wieder aufgebaut werden. Weitere Einzelheiten will Amazon erst in einigen Monaten nennen.
Der Vorfall zeigt damit, wie gravierend die Auswirkungen eines militärischen Konflikts auch auf die digitale Infrastruktur sein können. Cloud-Dienste gelten zwar als besonders ausfallsicher, doch auch sie sind nicht gegen die Zerstörung kompletter Rechenzentren geschützt. Für Unternehmen wird damit einmal mehr deutlich, wie wichtig unabhängige und geografisch verteilte Backups kritischer Daten über mehrere Standorte sind.
Für Amazon selbst ist AWS übrigens von enormer Bedeutung. Der Geschäftsbereich erwirtschaftete 2025 stolze 18 Prozent des Konzernumsatzes, steuerte aber mehr als die Hälfte des operativen Gewinns bei.