Siri AI kommt – aber nicht für uns in Europa
Während Nutzer in den USA, Kanada, Australien und zahlreichen anderen Ländern bald eine grundlegend neue Version von Siri genießen werden, schauen wir EU-Bürger erneut mal wieder in die Röhre. Mit iOS 27 und iPadOS 27 wird Siri AI – die vollständig neu entwickelte, KI-gestützte Version von Apples Sprachassistenten – in der Europäischen Union nämlich (vorerst) nicht verfügbar sein. Nicht weil Apple die Funktion nicht anbieten will, sondern weil die EU-Kommission offenbar nicht in der Lage oder willens ist, pragmatische Lösungen zu akzeptieren.
Der Grund: Der Digital Markets Act
Der Digital Markets Act (DMA) sollte ursprünglich eigentlich für mehr Wettbewerb und Offenheit auf digitalen Märkten sorgen – ein nobles Ziel auf dem Papier. In der Praxis entpuppt er sich hingegen zunehmend als bürokratisches Monster, das Innovation ausbremst und vor allem den Verbraucher trifft. Konkret fordert die EU-Kommission laut Apple, dass jedes KI-System, das auf einem iPhone läuft, direkten, weitreichenden Zugriff auf Nutzerdaten und alle installierten Apps erhalten muss – inklusive der Fähigkeit, eigenständig Nachrichten zu senden, Käufe zu tätigen und Dateien zu verändern. Ohne ausreichende Sicherheitsmechanismen.
Man muss das kurz einmal sacken lassen: Die EU verlangt im Namen des Wettbewerbs, dass Apple also Sicherheitsstandards aufweicht, die Nutzer vor unkontrollierten KI-Zugriffen schützen sollen.
Apple hat Kompromisse angeboten – die EU hat abgelehnt
Apple war allerdings auch nicht untätig. Das Unternehmen entwickelte eine Lösung namens Trusted System Agent – eine Art sicherer Vermittlungsschicht, die Drittanbieter-Assistenten denselben kontrollierten Zugriff ermöglicht wie Siri AI, ohne dabei die Sicherheit der Nutzer zu gefährden. Zusätzlich bot Apple eine schrittweise Einführung über 18 Monate an, um Regulatoren Zeit zur Prüfung zu geben. Die Antwort der EU-Kommission? Nein. Zu allem. Das ist also kein konstruktiver Regulierungsprozess mehr – das ist Blockade.
Die eigentlichen Verlierer: Wir Nutzer
Man könnte meinen, die EU schütze hier ihre Bürger. Tatsächlich passiert das Gegenteil, denn während Apple auf macOS 27 und visionOS 27 Siri AI anbieten darf, bleiben iPhone- und iPad-Nutzer in der EU außen vor. Apple Watch-Besitzer ebenfalls, da watchOS 27 ein gekoppeltes iPhone mit Siri AI voraussetzt. Selbst Entwickler in der EU können die neuen Siri-AI-Funktionen nicht testen oder in ihre Apps integrieren. Der europäische App-Ökosystemstandort wird damit weiter geschwächt – direkt durch zu starke EU-Regulierung.
Ein Muster, das sich wiederholt
Dies ist jedoch längst kein Einzelfall mehr, denn Apple Intelligence-Funktionen wurden EU-Nutzern bereits bei früheren iOS-Versionen vorenthalten. Die EU hat mit dem DMA ein Instrument geschaffen, das in der Theorie Big Tech zähmen soll, in der Praxis aber vor allem europäische Verbraucher von modernen Technologien ausschließt. Gleichzeitig profitieren chinesische Hersteller, die unter weit weniger regulatorischem Druck stehen, von diesem Vakuum.
Es ist an der Zeit, die Frage laut zu stellen: Cui bono? Wem nützt eine Regulierung, die weder Innovation schützt, noch den Wettbewerb fördert, noch den Nutzer sicherer macht – sondern ihn schlicht von Features ausschließt, die der Rest der Welt selbstverständlich nutzt? Die EU-Kommission sollte endlich aufhören, Regulierung als Selbstzweck zu betreiben und endlich anfangen, im Sinne der hier lebenden Menschen zu handeln, die sie angeblich schützt.