RTL bekommt grünes Licht für Sky Deutschland Übernahme
Die EU-Kommission hat nach langer Zeit nun endlich grünes Licht gegeben: RTL Group darf Sky Deutschland offiziell übernehmen. Der Abschluss der Transaktion ist für den 1. Juni 2026 geplant, der Kaufpreis beläuft sich zunächst auf 150 Millionen Euro, kann aber abhängig vom Aktienkurs auf bis zu 527 Millionen Euro steigen. Durch den Zusammenschluss entsteht ein Streaming-Anbieter mit rund zwölf Millionen Abonnenten, der Netflix und Amazon Prime erstmals ernsthaft Konkurrenz in Deutschland machen kann.
Für Zuschauer sind vor allem die Folgen für den Fußball relevant. Sky bleibt zwar Heimat der regulären Bundesliga-Liverechte, doch RTL will die vertraglich erlaubten Freiräume im Free-TV konsequent nutzen. Pro Saison könnten ab 2026/27 bis zu zehn Bundesliga-Partien kostenlos empfangbar sein. Zusätzlich laufen künftig alle 63 DFB-Pokalspiele bei RTL+, während das Pokalfinale 2027/28 erstmals von RTL im Free-TV übertragen wird. Sky-Kunden erhalten im Gegenzug Zugang zu Europa League und der Conference League.
Bemerkenswert an der Entscheidung ist nicht nur der Deal selbst, sondern die Begründung der EU-Kommission. Sie erkennt erstmals klar an, dass globale Streamingdienste und klassisches Fernsehen auf demselben Markt konkurrieren. Das ist immerhin ein Paradigmenwechsel, der künftige Zusammenschlüsse europäischer Medienhäuser erleichtern dürfte. RTL-Chef Stephan Schmitter spricht von einem "starken Zeichen für den deutschsprachigen Medienmarkt" und meint das wohl auch ernst, denn mit seinen zwölf Millionen zahlenden Abonnenten agiert RTL künftig nicht mehr als Underdog, sondern endlich auch auf Augenhöhe mit den US-Giganten.