Amazon schnappt sich Globalstar
Wie bereits im Vorfeld spekuliert hat Amazon nun tatsächlich den Satellitenbetreiber Globalstar übernommen. Dadurch sichert sich Amazon nicht nur Satelliten und Infrastruktur, sondern vor allem wertvolles Know how und Frequenzen. Diese Bausteine sind zentral für den Ausbau von Amazon Leo, einem geplanten Netzwerk aus Satelliten im niedrigen Erdorbit, das langfristig globale Internetversorgung ermöglichen soll.
Besonders relevant ist die Fähigkeit zur direkten Kommunikation mit Smartphones. Globalstar bringt hier Erfahrung mit, da Verbindungen ohne zusätzliche Hardware möglich sind. Genau darauf zielt Amazon ab, um künftig Mobilfunk auch dort bereitzustellen, wo klassische Netze versagen. Ländliche Regionen, Verkehrswege und Krisengebiete rücken damit stärker in den Fokus.
Parallel dazu vertieft sich die Zusammenarbeit mit Apple, denn die bisherigen Satellitenfunktionen auf iPhone und Apple Watch basieren bereits auf Globalstar. Künftig wird Amazon Leo deshalb diese Dienste im Hintergrund unterstützen und weiterentwickeln. Ziel ist alos ein leistungsfähigeres System, das über die bisherige Notfallkommunikation hinausgeht.
Globalstar soll dabei übrigens als technisches Fundament bestehen bleiben. Bestehende und neue Satelliten werden zukünftig allerdings gemeinsam mit dem Leo Netzwerk arbeiten. Entscheidend ist vor allem auch das global abgestimmte Funkspektrum, das eine durchgehende Versorgung ermöglicht und nicht an geografischen Grenzen scheitern soll.
Ab 2028 plant Amazon zudem eine eigene Architektur für direkte Geräteverbindungen mit deutlich höherer Datenrate. Damit könnten künftig nicht nur einfache Nachrichten, sondern auch anspruchsvollere Dienste über Satellit laufen. Die Integration verschiedener Netztypen soll ein einheitliches System schaffen, das sowohl klassische Internetanschlüsse als auch mobile Kommunikation abdeckt. Der tatsächliche Abschluss der Übernahme ist für das Jahr 2027 vorgesehen, sofern regulatorische und technische Bedingungen erfüllt werden.