Mistral Large 4: Der LLM-Brocken aus der EU will zur Konkurrenz aufschließen

Mit Mistral Large 4, vom französischen Unternehmen selbst "le Chonk" genannt, legt Mistral sein bislang größtes Modell vor. Es bringt insgesamt eine Billion Parameter mit, von denen 49 Milliarden aktiv sind und wurde auf 3800 Grace-Blackwell-GPUs trainiert. Der Hersteller verspricht sich davon mehr europäische Souveränität im KI-Sektor und will die US-Dominanz aufbrechen. Die ersten Testergebnisse klingen ordentlich, lassen aber wichtige Vergleiche offen.

Mistral stellt sein Flaggschiff vor allem anderen offenen Modellen gegenüber, darunter die jüngsten GLM-Versionen von Z.ai und verschiedene DeepSeek-Ausgaben. Beim CTF Speedrun löste Mistral Large 4 achtzehn von neunzehn Aufgaben innerhalb von 40 Minuten, während GLM 5.2 auf sechzehn kam. In der Cybersicherheit sieht sich das Unternehmen auf Augenhöhe und betont, dass sich das Modell nicht weigert, sicherheitsrelevante Aufgaben zu übernehmen. Das soll Verteidigern helfen, etwa bei der Analyse neuartiger Malware oder der Einstufung von Sicherheitslücken. In Softwareentwicklungs-Benchmarks wie DeepSWE 1.1 und Terminal Bench 4.0 schlägt es sich gegen Open-Weight-Konkurrenz respektabel, die führenden Modelle von OpenAI und Anthropic liegen laut Mistrals Diagrammen jedoch deutlich höher und werden dort nicht aufgeführt.

Bei agentischen Aufgaben über AutomationBench erreicht Mistral Large 4 das Niveau chinesischer Konkurrenz und verbessert sich gegenüber dem Vorgänger stark, von 6,3 auf 59,9 Prozent erfolgreich erledigter Arbeitsabläufe. Auch gegen Prompt Injection ist "le Chonk" etwas widerstandsfähiger geworden und übersteht neun von zehn Angriffen im B3 Agent Security Benchmark. Im Artificial Analysis Intelligence Index erreicht DeepSeek V4.1 Flash 39 Punkte, Mistral Large 4 kommt auf 38. Verglichen mit den Spitzenmodellen reicht das allerdings nur für Platz 15.

Die Vorschauversion ist bereits zugänglich und kostet etwa zwei Euro pro einer Million Output-Tokens. Zuvor dürfen Sicherheitsforscher, Partner und Regierungsorganisationen das Modell prüfen, damit keine Schlagzeilen über angebliche KI-Ausbrüche entstehen. Mistral sitzt in Paris, die Gründer waren früher bei Googles DeepMind und Meta tätig, und das Unternehmen gilt als europäische Hoffnung im Rennen um die besten KI-Modelle. Ob der Brocken wirklich zur Weltspitze aufschließt, wird sich nach der Veröffentlichung zeigen.

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Stefan Kröll

Über den Autor

Gründer von Xgadget.de und IT-Experte mit über 15 Jahren Erfahrung in den Bereichen macOS, Windows und Smart Home. Als leidenschaftlicher Tech-Enthusiast zudem auch spezialisiert auf Raspberry Pi Projekte und individuelle IT-Lösungen, um komplexe Technik für Anwender verständlich und nutzbar zu machen.

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