Handlungsbedarf: Amazon Creators API verlangt neue Zugangsdaten
Wer über PartnerNet die Amazon Creators API (früher Product Advertising API) nutzt, muss bald handeln: Amazon stellt nämlich die Authentifizierung am 11. September 2026 endgültig auf Login with Amazon (LwA) um und macht damit einen zentralen Schritt in der laufenden Migration weg vom alten AWS-Signature-Verfahren. Bestehende Zugangsdaten funktionieren nach dem Stichtag nicht mehr. Betroffen sind alle, die eigene Applikationen, Plugins (z. B. WordPress-Amazon-Integrationen) oder Skripte betreiben, die Produktdaten automatisiert abrufen.
Der Wechsel selbst ist relativ unkompliziert, aber nicht optional: In PartnerNet unter Tools -> Content-Creator-API muss eine neue Applikation mit frischen v3.0-Zugangsdaten (Credential ID, Credential Secret, Version) erstellt werden – die alten Access-Key/Secret-Key-Paare werden dabei nicht automatisch migriert, sondern müssen ersetzt werden. Wichtig ist die Versionslogik: Je nach Marktplatz-Region wird automatisch eine passende LwA-Version zugewiesen, für Deutschland und den EU-Raum ist das Version 3.2 mit dem entsprechenden regionalen Token-Endpunkt. Die Authentifizierung läuft danach über OAuth 2.0 mit Client-Credentials-Flow statt über die bisherige AWS-Signatur.
In der Praxis bedeutet das: Zunächst das aktualisierte SDK in der gewünschten Sprache (Node.js, Python, PHP, Java) herunterladen, Credential ID, Secret und Version in die Beispielkonfiguration eintragen, Marktplatz und entsprechenden Partner-Tag ergänzen und mit einem Testaufruf wie sample_get_items verifizieren, dass die Integration läuft. Wer WordPress-Plugins wie AAWP, Content Egg oder ähnliche Tools einsetzt, sollte zusätzlich prüfen, ob eine aktuelle Plugin-Version mit LwA-Unterstützung vorliegt, da ältere Plugin-Versionen die neuen Credential-Formate teils noch nicht verarbeiten können.
Der gesamte Umstellungsprozess ist laut Amazon in unter drei Stunden zu erledigen – angesichts der Ausfallgefahr nach dem 11. September 2026 lohnt es sich aber, das nicht auf den letzten Drücker zu schieben, sondern frühzeitig einen Testlauf mit den neuen Zugangsdaten in einer separaten Umgebung durchzuführen.