Apple Music bekommt neues Logo und Design aus echten Schallwellen
Apple Music hat überraschend einen neuen Markenauftritt verpasst bekommen. Unter dem Leitgedanken "made by sound" verbindet der Konzern eine neue Klangmarke mit einem überarbeiteten Logo und einer darauf abgestimmten Bildsprache. Für die musikalische Gestaltung arbeitet Apple mit dem Produzenten Fred again.. und dessen Partner NEST Acoustics zusammen. Das Besondere daran ist, dass die visuellen Elemente nicht am Rechner entstanden sind, sondern aus echten Schallwellen abgeleitet wurden.
Für die Umsetzung wurde eine eigens komponierte Tonfolge in ihre Bestandteile zerlegt und die Schwingungen anschließend auf eine Flüssigkeit übertragen. Ein sogenannter Transducer wandelte die elektrischen Audiosignale in mechanische Schwingungen um und versetzte ein flaches Bad mit Mineralöl in Bewegung. Je nach abgespielter Frequenz entstanden unterschiedliche Wellenmuster, die aufgezeichnet wurden. Lichtbrechungen und Spiegelungen in der Flüssigkeit lieferten danach das Material für die neuen Animationen. Deren gläserne Optik greift Apples Liquid-Glass-Design auf. Auch das überarbeitete Musiknoten-Symbol orientiert sich an den fotografierten Bewegungen. Der neue Schriftzug kombiniert das Apple-Logo mit einer angepassten Variante der Systemschrift SF Pro und setzt auf kräftige Kleinbuchstaben.

Ein begleitendes Making-of-Video zeigt, wie aufwendig die Umsetzung war. Damit setzt Apple eine inzwischen bekannte Vorgehensweise fort, denn schon beim neuen Erscheinungsbild von Apple TV entstand die Logoanimation mithilfe realer Lichtinstallationen. Auch das Launch-Video des MacBook Neo verband handgefertigte Kulissen und praktische Effekte mit digitaler Nachbearbeitung. Die Making-of-Filme wirken zunehmend wie ein Gegenentwurf zur allgegenwärtigen KI-Bildproduktion, denn Apple macht deutlich, dass hinter den visuellen Effekten weiterhin Menschen, physische Aufbauten und aufwendige Dreharbeiten stecken. Der Computer kommt zwar bei der Nachbearbeitung zum Einsatz, erzeugt das Ausgangsmaterial aber nicht allein.
Erste Elemente des neuen Apple-Music-Auftritts waren bereits Ende September im Umfeld der Londoner Apple Music Hall zu sehen. Ab dieser Woche soll das Design schrittweise bei Eigenproduktionen, Veranstaltungen und weiteren Angeboten des Musikdienstes auftauchen. Apple Music hatte erst im Juli seine Abogebühren erhöht.