Apple Intelligence in China: Start mit angezogener Handbremse

Lange mussten Nutzer in China auf die KI-Funktionen von Apple warten, nun scheint der Start konkret zu werden. Mit iOS 27.3, das im Dezember erwartet wird, sollen erste Teile von Apple Intelligence im Reich der Mitte verfügbar sein. Damit wäre Apple mehr als zwei Jahre nach der Einführung seines KI-Systems auch im zweitwichtigsten Markt angekommen. Allerdings bleibt das Angebot zunächst eingeschränkt, wie ein Bericht unter Berufung auf informierte Kreise zeigt.

Hinter den Kulissen arbeitet Apple offenbar mit lokalen KI-Firmen zusammen, die in westlichen Ländern keine Rolle spielen. Ein eigenes Modell für China soll gemeinsam mit dem E-Commerce- und Cloud-Riesen Alibaba entwickelt worden sein und die dortigen Zensurauflagen berücksichtigen. Die chinesische Cyberspace-Behörde hatte die Genehmigung zwar bereits im Sommer signalisiert, doch passierte danach zunächst nichts. Erst jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen.

Nutzer in China erhalten laut Bloomberg die bereits 2024 eingeführten Funktionen, darunter Schreibwerkzeuge, die KI-generierten Genmojis, Zusammenfassungen von Benachrichtigungen und ältere Foto-Werkzeuge zum Entfernen von Inhalten. Der Bildgenerator Image Playground fehlt ebenso wie die neueren Foto-Funktionen aus iOS 27. Auch die Möglichkeit, Perspektiven zu verschieben, wird es nicht geben. Während Konkurrenten wie Xiaomi, Huawei, Vivo oder Oppo ihre Smartphones seit Jahren mit deutlich weitergehenden KI-Features ausstatten, bleibt Apple in China also hinter den eigenen Möglichkeiten zurück.

Besonders heikel ist der Umgang mit Siri AI, denn die Funktionen mit persönlichem Kontext sollen in China "nicht in absehbarer Zeit" erscheinen, heißt es. Auch in der Europäischen Union ist Siri AI aus regulatorischen Gründen nicht verfügbar, wobei Apple betont, im konstruktiven Dialog mit der EU-Kommission zu stehen. Ob Apple von den KI-Funktionen in China überhaupt profitieren kann, bleibt daher unklar. Such- und Siri-Funktionen werden teilweise von Technologie der lokalen Suchmaschine Baidu unterstützt, und die Cyberspace-Behörde soll Apple lange hingehalten haben.

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Stefan Kröll

Über den Autor

Gründer von Xgadget.de und IT-Experte mit über 15 Jahren Erfahrung in den Bereichen macOS, Windows und Smart Home. Als leidenschaftlicher Tech-Enthusiast zudem auch spezialisiert auf Raspberry Pi Projekte und individuelle IT-Lösungen, um komplexe Technik für Anwender verständlich und nutzbar zu machen.

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