T-Mobile distanziert sich plötzlich von Starlink

T-Mobile US hat den Namen Starlink von seiner T-Satellite-Website gestrichen. Wie PC Mag zuerst berichtete, fehlt der Zusatz „mit Starlink" nun sowohl im Logo als auch im Einleitungstext, und auch die Bezeichnungen SpaceX oder Starlink Mobile tauchen dort nicht mehr auf. Auf einer Support-Seite sowie auf einer Plattform für Geschäftskunden ist der Name allerdings weiterhin zu finden. Eine offizielle Begründung für die Änderung lieferte das Unternehmen bislang nicht.

Der Zeitpunkt der Anpassung ist kein Zufall. Denn T-Mobile, AT&T und Verizon haben zeitgleich ihr gemeinsames Joint Venture für Direct-to-Device-Dienste offiziell gegründet. Gemeinsam wollen die drei Netzbetreiber ihre terrestrischen Frequenzen bündeln, um Smartphonenutzer auch in unversorgten Regionen per Satellit anzubinden. Dabei setzen sie auf offene Standards statt auf die proprietäre Infrastruktur von SpaceX. Zusammen repräsentieren die drei Anbieter fast den gesamten US-Mobilfunkmarkt.

Hinter der Markenbereinigung steckt vor allem wirtschaftlicher Druck. Die Exklusivvereinbarung zwischen T-Mobile und SpaceX läuft in diesem Sommer aus, und die aktuellen finanziellen Konditionen gelten branchenintern als ungünstig. Während SpaceX offenbar höhere Einnahmen anstrebt, zeigt sich T-Mobile wenig geneigt, für den Dienst einen Aufpreis zu zahlen. Hinzu kommt, dass die tatsächliche Nutzung des Satellitendienstes weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Nach Angaben von T-Mobile entfielen im Mai 2026 nur etwa 0,0002 Prozent der Netzwerknutzung auf die Satellitenverbindung, in den geschäftigsten Sommermonaten stieg der Wert lediglich auf 0,0003 Prozent. Vor diesem Hintergrund erscheint die satellitengestützte Direktverbindung eher als Ergänzung denn als Massengeschäft.

Das Joint Venture ist ausdrücklich nicht exklusiv, wie die drei Konzerne betonen. Bestehende Vereinbarungen mit Satellitenbetreibern bleiben bestehen, und jeder Partner kann seine Aktivitäten unabhängig fortsetzen. Durch die gemeinsamen Investitionen soll das Angebot an Satellitendiensten wachsen und der Wettbewerb gestärkt werden. Historisch ist diese Allianz deshalb, weil T-Mobile bislang exklusiv auf Starlink setzte, während AT&T und Verizon Verträge mit dem Konkurrenten AST Spacemobile abgeschlossen hatten. Paul Roth, ein erfahrener Mobilfunkmanager, übernimmt interimsmäßig die Führung des Joint Ventures. Der scheidende T-Mobile-Finanzchef Peter Osvaldik äußerte sich unterdessen auf der Citi 2026 Global TMT Conference skeptisch zu den jüngsten Plänen von SpaceX für ein eigenes terrestrisches Mobilfunknetz. Aus Sicht der Mobilfunkbranche stelle das keine Wettbewerbsbedrohung dar, betonte er.

Stefan Kröll

Über den Autor

Gründer von Xgadget.de und IT-Experte mit über 15 Jahren Erfahrung in den Bereichen macOS, Windows und Smart Home. Als leidenschaftlicher Tech-Enthusiast zudem auch spezialisiert auf Raspberry Pi Projekte und individuelle IT-Lösungen, um komplexe Technik für Anwender verständlich und nutzbar zu machen.

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