Deutschland verschärft die Kontrolle von Kryptowährungen
Die Bundesregierung hat eine neue Meldepflicht für Kryptowährungen beschlossen und setzt damit die EU-Richtlinie DAC8 um. Künftig müssen Krypto-Dienstleister wie Handelsplattformen, Broker und Verwahrer daher umfangreiche Informationen über ihre Kunden und deren Transaktionen an die Behörden weitergeben. Erfasst werden unter anderem persönliche Daten sowie Kauf-, Verkaufs- und Tauschgeschäfte einschließlich Zeitpunkt und Marktwert.
Die Daten sollen jährlich an das Bundeszentralamt für Steuern übermittelt und anschließend auch mit anderen Staaten ausgetauscht werden. Betroffen sind nicht nur deutsche Anbieter, sondern ebenso internationale Plattformen mit Kunden in Deutschland.
Offiziell soll die Regelung für mehr Transparenz sorgen und Steuerhinterziehung erschweren. Kritiker sehen darin jedoch einen weiteren Schritt hin zu einer umfassenden Überwachung finanzieller Aktivitäten. Während Kryptowährungen ursprünglich für mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung im Finanzbereich standen, rücken sie durch die neuen Vorgaben zunehmend unter die gleiche Kontrolle wie klassische Bankprodukte. Für viele Anleger bedeutet das mehr Bürokratie und deutlich weniger finanzielle Privatsphäre.