Google arbeitet an KI-Landingpages für Onlinehändler

Ein neu erteiltes Patent von Google zeigt, wie stark sich die Suche künftig verändern könnte. Darin beschreibt der Konzern nämlich ein automatisches System, das mithilfe von KI-Landingpages für Onlinehändler erstellt  und diese direkt innerhalb der Suchergebnisse einbindet. Statt Nutzer auf die Website eines Shops zu schicken, könnte Google also selbst eine optimierte Seite generieren und anzeigen.

Grundlage dafür wäre eine Bewertung bestehender Händlerseiten anhand von Kennzahlen wie Absprungrate, Klickrate, Conversionrate oder Designqualität. Schneidet eine Seite in diesen Metriken zu schlecht ab, könnte Googles KI eine alternative Version erstellen. Diese würde beispielsweise Produktfeeds, Call-to-Action-Elemente, Chatbots und individuell formulierte Überschriften enthalten, die auf Basis der aktuellen Suchanfrage und früherer Nutzerinteraktionen personalisiert werden.

Für Händler hätte ein solches System weitreichende Folgen. Wenn Google die Präsentation von Produkten selbst übernimmt, verlieren Unternehmen einen Teil der Kontrolle über Markenauftritt, Inhalte und Nutzerführung. Schon heute wird Googles KI-gestütztes Werbesystem Performance Max von Marketingexperten kritisiert, weil es viele Entscheidungen automatisiert und nur begrenzt transparent macht. Eine ähnliche Logik bei Landingpages könnte diese Diskussion weiter verschärfen.

Besonders heikel wäre zudem das Geschäftsmodell dahinter. Laut Patent könnten Links zu den KI-generierten Seiten innerhalb gesponserter Suchergebnisse erscheinen. Händler würden dann möglicherweise für Traffic bezahlen, der nicht auf ihre eigene Website führt, sondern auf eine von Google generierte Seite.

Neben wirtschaftlichen Fragen entstehen auch rechtliche Risiken. In regulierten Branchen müssen Unternehmen genau kontrollieren, wie Produkte beschrieben werden. Eine automatisch generierte Seite könnte Formulierungen enthalten, die gegen übliche Compliance-Regeln verstoßen. Vor allem Händler, die stark vom organischen Traffic aus der Google-Suche oder Diensten wie Discover abhängig sind, könnten dadurch stärker in eine Abhängigkeit vom Plattformbetreiber geraten. Allerdings bedeutet das aktuelle Patent noch nicht, dass die Idee tatsächlich in der Praxis umgesetzt wird.

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