Xiaomi unter Druck: Speicherpreise und schwache Nachfrage belasten Gewinn
Xiaomi bekommt derzeit gleich von mehreren Seiten Gegenwind, denn im zweiten Quartal sank der bereinigte Nettogewinn um 42,6 Prozent auf 6,2 Milliarden Yuan, während der Umsatz um 6,1 Prozent auf 108,9 Milliarden Yuan zurückging. Vor allem die schwächere Nachfrage nach Geräten, höhere Speicherpreise und der zunehmende Wettbewerb belasten das Geschäft.
Besonders problematisch sind die Kosten für Speicherchips. Der starke Ausbau von KI-Rechenzentren bindet große Teile der weltweiten Speicherproduktion und treibt die Preise nach oben. Bei Xiaomi schrumpfte dadurch die Bruttomarge im Smartphone-Geschäft auf 8,5 Prozent. Das Unternehmen hat seine Preise in diesem Jahr bereits mehrfach angehoben und rechnet zunächst mit weiter steigenden Speicherkosten.
Trotzdem zeigt sich Xiaomi-Präsident Lu Weibing vorsichtig optimistisch. Die schwierigste Phase sei bald überstanden, auch wenn die Speicherpreise im zweiten Halbjahr weiter steigen dürften. Ob sich diese Einschätzung bewahrheitet, muss sich allerdings erst zeigen. Auch das Geschäft mit Elektroautos entwickelt sich langsamer als erhofft. Zwar stieg der Umsatz der Sparte um 16 Prozent auf 23,9 Milliarden Yuan, gleichzeitig erhöhten sich die Verluste aus Elektroautos, KI und anderen neuen Geschäftsfeldern deutlich.
Xiaomi setzt deshalb verstärkt auf neue Märkte und will seine Elektroautos im kommenden Jahr weiter nach Europa bringen. Gleichzeitig investiert der Konzern in KI und Robotik. Ein eigener humanoider Roboter soll bereits im Autowerk beim Verschrauben eine Erfolgsquote von 98 Prozent erreichen. Xiaomi versucht damit, sich breiter aufzustellen, während das klassische Smartphone-Geschäft zunehmend unter Kostendruck gerät.