Xbox 360: Neuer Softmod macht Modchips überflüssig

Ein Entwickler namens Grimdoomer hat einen Softmod für die Xbox 360 vorgestellt, der erstmals dauerhaft installiert werden kann. Das Tool mit dem Namen Peer Pressure ermöglicht die Ausführung nicht signierter Programme, selbst entwickelter Spiele und anderer Homebrew-Software. Zudem werden Sicherheitsmechanismen wie die Signaturprüfung und Lizenzkontrollen ausgehebelt, was theoretisch auch nicht autorisierte Kopien lauffähig macht. Der entscheidende Unterschied zu früheren Lösungen besteht darin, dass der Exploit bereits beim Einschalten der Konsole greift und auch nach dem Ausschalten aktiv bleibt, während andere Methoden nach jedem Neustart erneut aktiviert werden mussten.

Technisch nutzt das Verfahren eine Schwachstelle beim Festplattenzugriff. Durch Veränderungen am NAND-Flash und an Sicherheitssektoren des Datenträgers werden beim Start mehrere DMA-Angriffe ausgelöst, wobei eine Race Condition ausgenutzt wird, um die Sicherheitsbarrieren zu umgehen. Kurioserweise funktioniert der Angriff mit einer klassischen mechanischen Festplatte besser als mit modernen SSDs, da letztere auf bestimmte Anfragen zu schnell reagieren und das erforderliche Zeitfenster dadurch oft verpasst wird. Unterstützt werden allerdings nur Konsolen mit den Mainboard-Revisionen Xenon, Zephyr, Falcon, Jasper und Trinity, während bei den neueren Varianten Corona und Winchester eine hardwareseitige Absicherung den Angriff verhindert.

Für die Installation werden neben einer geeigneten Festplatte und einem USB-Stick die Demo des Musikspiels Rock Band Blitz sowie ein spezielles Installationsprogramm benötigt. Anschließend kann die Konsole wahlweise im modifizierten Zustand oder im regulären Betriebsmodus gestartet werden, wobei sich die Startzeit bei erfolgreichem Exploit um etwa fünf Sekunden verlängert. Die Modifikation birgt jedoch erhebliche Risiken, denn Fehler beim Verändern des NAND-Flashs können zu Datenverlust führen oder die Konsole komplett unbrauchbar machen, sodass im schlimmsten Fall zusätzliche Hardware zur Wiederherstellung erforderlich ist.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Grimdoomer den Quellcode nicht veröffentlichen will. Dadurch lässt sich von außen nur eingeschränkt überprüfen, welche Änderungen die Software tatsächlich an der Konsole vornimmt. Der Entwickler begründet seine Entscheidung damit, unkontrollierte Abwandlungen und potenziell unsichere Versionen verhindern zu wollen.

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Stefan Kröll

Über den Autor

Gründer von Xgadget.de und IT-Experte mit über 15 Jahren Erfahrung in den Bereichen macOS, Windows und Smart Home. Als leidenschaftlicher Tech-Enthusiast zudem auch spezialisiert auf Raspberry Pi Projekte und individuelle IT-Lösungen, um komplexe Technik für Anwender verständlich und nutzbar zu machen.

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