Starlink-Satelliten rücken bald näher an die Erde
SpaceX plant offenbar, den Orbit seiner Starlink-Satelliten deutlich abzusenken. Statt wie bisher in rund 550 Kilometern Höhe sollen viele Satelliten künftig nur noch etwa 480 Kilometer über der Erdoberfläche kreisen. Dieser Schritt ist technisch wie strategisch bemerkenswert, denn er betrifft ein bereits aktives Netzwerk mit tausenden Satelliten und wird eng mit Behörden, anderen Betreibern und dem Militär abgestimmt.
Der wichtigste Effekt der niedrigeren Umlaufbahn liegt in der Sicherheit. In geringerer Höhe ist die Dichte von Weltraumschrott deutlich niedriger, gleichzeitig sorgt der stärkere atmosphärische Widerstand dafür, dass ausgediente oder defekte Satelliten schneller kontrolliert verglühen. Statt jahrelang unkontrolliert im Orbit zu bleiben, würden sie nur noch wenige Monate eine potenzielle Gefahr darstellen. Damit sinkt das Risiko von Kollisionen und damit auch die Gefahr einer Kettenreaktion im Sinne des Kessler-Syndroms spürbar.
Neben diesen orbitalen Vorteilen dürfte aber auch die Netzqualität profitieren. Durch die geringere Entfernung zwischen Satellit und Bodenstationen sinkt die Latenz, das Signal kommt schneller an. Gleichzeitig steigt die Signalqualität, was es ermöglicht, pro Satellit mehr nutzbare Bandbreite bereitzustellen. Besonders spannend ist das im Hinblick auf Direct-to-Cell-Anwendungen, also der direkte Betrieb normaler Smartphones über LTE oder 5G zu Satelliten dürfte mit niedriger fliegenden Einheiten somit zuverlässiger funktionieren als bisher.
Zwar könnten die Satelliten in der niedrigeren Umlaufbahn etwas kürzere Lebenszeiten haben und häufiger ersetzt werden müssen, doch angesichts der technischen und sicherheitsrelevanten Gewinne erscheint dieser Kompromiss bewusst gewählt und könnte für SpaceX auch deutliche Vorteile gegenüber der aufflammenden Konkurrenz bieten.
