Google lockert Play-Store-Regeln und öffnet Android weiter

Google reagiert auf den wachsenden regulatorischen Druck im App-Ökosystem und kündigt umfassende Änderungen für seinen Play Store und das Android-System an. Künftig reduziert das Unternehmen die bislang üblichen 30 Prozent Provision auf In-App-Käufe deutlich. Der Anteil sinkt grundsätzlich auf 20 Prozent und kann in bestimmten Programmen für Entwickler sogar auf 15 Prozent fallen. Bei Abonnements verlangt Google künftig nur noch 10 Prozent. Gleichzeitig erhalten Entwickler in der EU, dem Vereinigten Königreich und den USA mehr Freiheit bei der Monetarisierung, denn diese dürfen alternative Bezahlsysteme integrieren oder Nutzer direkt auf externe Webseiten für Käufe verweisen.

Die Änderungen stehen im Zusammenhang mit der Einigung zwischen Google und dem Spieleentwickler Epic Games aus dem November 2025. Anstatt auf eine gerichtliche Bestätigung des Vergleichs zu warten, verpflichtet sich Google freiwillig zu den Reformen. Parallel dazu haben beide Unternehmen eine separate Partnerschaft im Umfang von rund 800 Millionen US-Dollar vereinbart, die unter anderem gemeinsame Produktentwicklungen sowie die Nutzung von Epics Technologien durch Google vorsieht.

Neben den neuen Gebührenstrukturen öffnet Google Android stärker für alternative App-Stores. Mit dem sogenannten „Registered App Stores Program“ können sich Drittanbieter-Stores offiziell registrieren lassen. Voraussetzung sind definierte Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Teilnehmende Plattformen profitieren im Gegenzug von einer vereinfachten Installation innerhalb von Android, was den Zugang für Nutzer deutlich erleichtern soll. Zwar bleibt die manuelle Installation anderer Stores weiterhin möglich, doch plant Google für 2026 Änderungen am Sideloading-Prozess, die diesen Weg potenziell komplizierter machen könnten.

Die Einführung der neuen Regeln erfolgt schrittweise. Entwickler in der EU, im Vereinigten Königreich und in den USA sollen bis Ende Juni 2026 von den Änderungen profitieren, Australien folgt bis Ende September desselben Jahres, Korea und Japan bis Ende Dezember, die weltweite Umsetzung ist dagegen erst bis September 2027 vorgesehen.

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