Dynadot-KYC schlägt fehl? Das Festnetz-Problem bei der Admin-C-Nummer
Wer bei Dynadot eine Domain registriert oder verwaltet, dürfte in den letzten Monaten vermutlich kaum an der eMail zur KYC-Verifizierung (Know Your Customer) vorbeigekommen sein. Die Prüfung selbst ist schnell erledigt – solange hinter der Admin-C-Nummer ein Mobilfunkanschluss steckt. Ist es eine Festnetznummer, gerät der Prozess allerdings ins Stocken, bevor er überhaupt richtig beginnt. Dieser Beitrag erklärt, woran das liegt und wie man das Problem löst.
Was ist die Dynadot-KYC-Verifizierung?
Dynadot verlangt von bestimmten Kunden inzwischen eine Identitätsprüfung. Abgefragt werden:
- die Ausweisnummer
- Fotos von Vorder- und Rückseite des Ausweises
- ein per SMS zugestellter Verifizierungscode
Den SMS-Code schickt Dynadot an die Rufnummer, die ihr im Admin-C-Kontakt hinterlegt habt. Und genau hier beginnt für viele deutsche Nutzer das Problem.
Das Problem: Festnetznummer als Admin-C
In Deutschland geben noch immer viele Privatpersonen sowie Unternehmen als offizielle Kontaktnummer noch immer gern die Festnetznummer an – im Impressum, im WHOIS-Eintrag oder eben als Admin-C bei der Domainregistrierung. Das ist völlig üblich und auch zulässig.
Der Haken: Dynadots KYC-Prozess unterstützt ausschließlich den SMS-Versand. Eine Sprachanruf-Option, bei der ein automatisierter Anruf den Code vorliest – wie man es von manch anderen Verifizierungsdiensten kennt –, gibt es schlicht nicht. Da Festnetznummern in der Regel keine SMS empfangen können, bleibt die Verifizierung genau an dieser Stelle hängen.
Früher lasen manche deutschen Festnetzanbieter eingehende SMS per automatischem Anruf vor. Dieser Dienst ist heute kaum noch verbreitet – und selbst wo es ihn noch gibt, berücksichtigt Dynadot ihn nicht. Der Registrar verlässt sich schlicht auf den Standard-SMS-Versand.
Es kollidiert somit ein internationaler, auf Mobilfunknummern ausgelegter Standard-Workflow mit der in Deutschland und anderen europäischen Ländern verbreiteten Praxis, eine Festnetznummer als geschäftlichen Kontakt zu hinterlegen.
Die Lösung: Admin-C-Nummer auf Mobilfunk ändern
Dieser Workaround klingt natürlich einfach – hat allerdings eine Tücke:
- Admin-C-Kontaktdaten ändern: Die Festnetznummer wird durch eine Mobilfunknummer ersetzt.
- Achtung, möglicher automatischer Reject: Wird die Admin-C-Nummer geändert, während der KYC-Prozess bereits läuft, kann das System die Verifizierung automatisch ablehnen. In der Statusmeldung erscheint dann: Reason: Contact information was changed after KYC was started. Dahinter steckt kein direkter Vorwurf, sondern ein automatisiertes Fraud-Flag, das bei jeder Änderung der Kontaktdaten während eines laufenden KYC-Vorgangs greift – unabhängig davon, warum sie geändert wurde.
- Neuen KYC-Prozess starten: Nach einer Ablehnung funktioniert der ursprüngliche Verifizierungslink aus der ersten E-Mail nicht mehr. Einen neuen Link gibt es zwar per E-Mail, im Kundencenter taucht er allerdings nicht auf. Wer diese Nachricht übersieht oder löscht, kann jederzeit über folgenden Link einen neuen KYC-Vorgang starten (ihr müsst dazu eingeloggt sein): https://www.dynadot.com/de/account/domain/setting/contact_kyc.html. Scheitert auch dieser Weg, hilft nur noch der Kontakt zum Dynadot-Support.
Falls der Support kontaktiert werden muss
Wenn der Direktlink nicht greift oder der Status dauerhaft auf "Rejected" steht, lohnt sich eine kurze, sachliche Anfrage beim Support. Wichtig ist dabei:
- Chronologisch schildern, was passiert ist (Festnetznummer als Admin-C -> SMS-Verifizierung nicht möglich -> Umstellung auf Mobilfunk -> Reject wegen geänderter Kontaktdaten)
- Klarstellen, dass die Änderung dazu diente, die SMS-Verifizierung zu ermöglichen
- Domain oder Kundennummer angeben, damit der Support das Konto sofort zuordnen kann
So lässt sich der automatische Fraud-Verdacht in der Regel schnell ausräumen. Der Support stößt den Prozess dann neu an oder bestätigt den korrekten Link.
Fazit
Wer als Unternehmen eine Domain bei Dynadot verwaltet, sollte für den Admin-C-Kontakt idealerweise direkt eine Mobilfunknummer hinterlegen – auch wenn die offizielle Geschäfts-Nummer im Festnetz bleibt. Das erspart die harmlose, aber ärgerliche automatische Ablehnung und beschleunigt den KYC-Prozess deutlich.
Kurz zusammengefasst:
- Ursache: Dynadots KYC-Tool verifiziert nur per SMS – Festnetznummern empfangen keine SMS.
- Lösung: Die Admin-C-Nummer auf eine Mobilfunknummer umstellen.
- Falle: Diese Änderung kann eine automatische KYC-Ablehnung auslösen ("Contact information was changed after KYC was started").
- Ausweg: Neuen KYC-Prozess über den Direktlink starten, alternativ den Support kontaktieren.
Mit diesem Wissen klappt die Verifizierung beim zweiten Anlauf meist problemlos. Nach Änderung der Telefonnummer erhaltet ihr übrigens oftmals auch noch eine zusätzliche Mail bezüglich der sogenannten "ICANN Whois Accuracy Program-Vorschriften", dort müsst ihr innerhalb von 15 Tagen auf einen Link klicken und eure neuen Kontaktdaten (die durch die Rufnummeränderung ausgelöst wurde) ebenfalls nochmal kurz bestätigen.