Dateiliste eines Ordners in Windows exportieren (TXT/XML/JSON)

Unter Windows 11 gibt es mehrere einfache Möglichkeiten, sich den Inhalt eines Ordners als Datei ausgeben zu lassen. Je nach Bedarf können Sie eine einfache Textliste oder strukturierte Formate wie XML und JSON erzeugen. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt durch alle gängigen Varianten und erklärt auch, wann welche Methode sinnvoll ist.

Dateiliste als TXT-Datei erstellen

Die schnellste und einfachste Methode ist die Erstellung einer klassischen Textdatei über die Eingabeaufforderung.

Öffnen Sie dazu zunächst den gewünschten Ordner im Datei-Explorer. Klicken Sie anschließend oben in die Adressleiste, geben Sie cmd ein und bestätigen Sie mit Enter. Dadurch öffnet sich die Eingabeaufforderung direkt in diesem Ordner.

Im schwarzen Fenster können Sie nun den passenden Befehl eingeben. Wenn Sie lediglich die Dateinamen benötigen, verwenden Sie:

dir /b > dateiliste.txt

Falls Sie zusätzlich Informationen wie Dateigröße und Änderungsdatum benötigen, nutzen Sie stattdessen:

dir > dateiliste.txt

Nach dem Ausführen des Befehls wird die Datei dateiliste.txt automatisch im aktuellen Ordner erstellt und enthält die gewünschte Übersicht.

Dateiliste als XML-Datei erstellen

Wenn Sie eine strukturierte und maschinenlesbare Ausgabe benötigen, eignet sich XML besonders gut. Hierfür wird die PowerShell verwendet.

Öffnen Sie den Ordner im Explorer und klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle. Wählen Sie anschließend „In Terminal öffnen“ (bzw. „PowerShell-Fenster hier öffnen“). In diesem Fall befinden Sie sich bereits im richtigen Verzeichnis.

Falls Sie die PowerShell über das Startmenü öffnen, müssen Sie zuerst manuell in den Ordner wechseln. Das funktioniert mit:

cd "C:\Ihr\Pfad\zum\Ordner"

Danach führen Sie folgenden Befehl aus:

Get-ChildItem | Export-Clixml -Path "dateiliste.xml"

Die erzeugte XML-Datei enthält nicht nur die Dateinamen, sondern auch viele zusätzliche Informationen wie Größe, Datum und Attribute in strukturierter Form. Das ist besonders hilfreich, wenn die Daten später weiterverarbeitet werden sollen.

Ein praktischer Tipp: Sie können im Explorer auch einfach powershell in die Adressleiste eingeben. Dadurch öffnet sich die PowerShell direkt im richtigen Ordner, ohne dass Sie den Pfad manuell wechseln müssen.

Dateiliste als JSON-Datei erstellen

Neben XML lässt sich auch das JSON-Format sehr einfach erzeugen. Dieses ist besonders beliebt für moderne Anwendungen und Webdienste.

Gehen Sie genauso vor wie bei der XML-Methode und öffnen Sie die PowerShell im gewünschten Ordner. Verwenden Sie dann folgenden Befehl:

Get-ChildItem | ConvertTo-Json | Out-File "dateiliste.json"

Die resultierende JSON-Datei enthält standardmäßig viele Details zu jeder Datei, ähnlich wie bei der XML-Ausgabe.

Wenn Sie hingegen nur die Dateinamen benötigen, können Sie die Ausgabe gezielt einschränken:

Get-ChildItem | Select-Object Name | ConvertTo-Json | Out-File "dateiliste.json"

Bei umfangreichen Ordnerstrukturen kann es vorkommen, dass die Ausgabe unvollständig wirkt. In diesem Fall hilft der Parameter -Depth, zum Beispiel:

Get-ChildItem | ConvertTo-Json -Depth 5 | Out-File "dateiliste.json"

Damit wird sichergestellt, dass auch tiefere Datenstrukturen vollständig berücksichtigt werden. Übrigens: Mit einem Web-Tool können bestehende JSON-Dateien in XML umwandelt werden, ohne hierfür erneut die Powershell nutzen zu müssen.

Alternative ohne Datei: Dateiliste kopieren

Falls Sie keine Datei erzeugen möchten, sondern die Liste nur schnell in ein anderes Programm wie Word oder Excel einfügen wollen, gibt es übrigens auch noch eine einfache Alternative.

Markieren Sie im Explorer dazu alle Dateien mit Strg + A, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Auswahl und wählen Sie „Als Pfad kopieren“. Anschließend können Sie die Liste mit Strg + V in einen beliebigen Editor einfügen.

Fazit

Welche Methode für Sie die richtige ist, hängt stets von ihrem persönlichen Einsatzzweck ab. Eine TXT-Datei eignet sich für einfache Übersichten, während XML und JSON dann sinnvoll sind, wenn die Daten weiterverarbeitet oder automatisiert genutzt werden sollen. Durch die direkte Integration von Eingabeaufforderung und PowerShell in den Datei-Explorer lassen sich alle Varianten schnell und ohne zusätzliche Tools umsetzen.

Stefan Kröll

Über den Autor

Gründer von Xgadget.de und IT-Experte mit über 15 Jahren Erfahrung in den Bereichen macOS, Windows und Smart Home. Als leidenschaftlicher Tech-Enthusiast zudem auch spezialisiert auf Raspberry Pi Projekte und individuelle IT-Lösungen, um komplexe Technik für Anwender verständlich und nutzbar zu machen.

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