Tesla Roadster im Überblick: Technische Daten, Modelle und Preisspekulation
Nach fast neun Jahren hat Tesla seinen neuen Roadster nun tatsächlich gezeigt. Bei einer spektakulären Veranstaltung am 15. Oktober 2026 auf dem SpaceX-Testgelände nahe Waco in Texas flog der Prototyp über geparkte Tesla-Fahrzeuge, drehte sich in der Luft und fuhr kopfüber über eine gekrümmte Rampe, ohne herunterzufallen. Aus dem Stand erreichte er laut Tesla 60 Meilen pro Stunde in nur 0,81 Sekunden, was rund 97 km/h entspricht.
Die Show und was dahintersteckt
Die Präsentation war bewusst als Physik-Experiment inszeniert und funktioniert, wie Tesla betont, nach den Gesetzen der Natur, auch wenn der Eindruck zunächst ein anderer ist . Die Technik dahinter stammt zu großen Teilen aus der Zusammenarbeit mit SpaceX-Ingenieuren. Zentral ist ein Saugsystem, das ähnlich wie ein umgekehrter Bodenstaubsauger Luft unter dem Fahrzeug absaugt und es dadurch auf die Straße presst. Laut Teslas Chef-Ingenieur Lars Moravy erzeugt das System selbst bei niedrigen Tempos so viel Anpressdruck, dass in Kurven Werte von über 2 g möglich sein sollen, weil die Reifenphysik sozusagen ausgehebelt wird .
Hinzu kommen Kaltgasdüsen, also Düsen, die ausschließlich mit hochkomprimierter Luft arbeiten und keinen Treibstoff verbrennen. Beim vorgeführten Prototypen speicherten zwei Druckbehälter aus Carbon mit insgesamt 600 Litern Inhalt rund 250 Kilogramm Druckluft, die über zehn am Fahrzeug verteilte Düsen abgegeben wurde .
Welcher Druck steckt vermutlich im System
Wie hoch der Druck im System liegt, hat Tesla nicht offiziell verraten. Es ist aber eine realistische Annahme, dass die Behälter einige hundert bar aushalten müssen, vermutlich im Bereich von etwa 300 bis 400 bar. Das lässt sich daraus ableiten, dass vergleichbare Kaltgassysteme in der Raumfahrt, aus deren Umfeld die Technik ja kommt, mit ähnlichen Drücken arbeiten und dass die spektakulären Sprünge nur mit einem erheblichen Druckgefälle überhaupt möglich sind. Genau so hat es Musk im Grunde auch angedeutet, als er von einem extrem hochdruckfesten Lufttank ohne spezielles Treibmittel sprach . All das bleibt vorerst Spekulation, solange Tesla keine belastbaren Seriendaten nennt.
Drei Varianten für drei Zielgruppen
Tesla unterscheidet drei Varianten, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Der Roadster Performance ist das straßentaugliche Basismodell mit zwei Sitzen, ohne zusätzliche Düsen, das den Sprint auf Tempo 97 in rund 1,6 Sekunden schaffen soll. Der Thrust erhält hingegen zusätzliche Kaltgastriebwerke am Heck und soll nur in begrenzter Stückzahl erscheinen, mit einem Sprint unter 0,9 Sekunden. Die Rocket-Variante schließlich ist ein einsitziges Fahrzeug mit vollständiger Flugtechnik und Düsen rundum, das laut Tesla nur auf Einladung verkauft wird und natürlich über keine Straßenzulassung verfügen wird.
Rocket-Variante als Marketing-Maschine
Bei der Rocket-Variante sollte man allerdings ehrlich bleiben. Sie ist auch nach Teslas eigenen Angaben nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen und wird nur an ausgewählte Kunden gehen. Sie ist also in erster Linie ein Marketing-Instrument, mit dem Tesla die Aufmerksamkeit der gesamten Branche auf sich zieht und das technologische Prestige der Marke auflädt. Die eigentliche Botschaft der Präsentation lautet ohnehin weniger, dass bald alle fliegen, sondern dass Tesla in der Lage ist, Antrieb und Aerodynamik neu zu denken.
Wer eine Reservierung platziert, entscheidet sich daher eher für Performance oder Thrust. Für die Performance-Version verlangt Tesla in Deutschland 50.000 Euro als Reservierungszahlung, für die Thrust-Variante sogar 250.000 Euro, wobei diese Beträge ausdrücklich keine Kaufpreise darstellen.
Was der Roadster wohl tatsächlich kosten wird
Über den späteren Verkaufspreis wurde beim Event bewusst geschwiegen. Aus den Reservierungssummen und der generellen Einordnung als Supersportwagen lässt sich aber gut ableiten, dass der Performance vermutlich bei etwa 200.000 bis 250.000 Euro landen wird, während der Thrust als limitierte Version deutlich darüber liegen dürfte, vermutlich im Bereich von 300.000 Euro aufwärts. Beobachter erwarten ohnehin einen Gesamtpreis im sechsstelligen Bereich, da Tesla den Roadster klar oberhalb aller bisherigen Modelle positioniert.
Serienstart 2028 und die üblichen Fragezeichen
Bleibt die Frage nach dem Serienstart: Nach den vielen Jahren der Verzögerung gilt 2028 als offizieller Termin, wobei Musk auf der Bühne mit einem selbstironischen "tatsächlich" nachsetzte . Angetrieben wird der Wagen von zwei Elektromotoren an der Hinterachse mit bis zu 1500 PS, die Spitzengeschwindigkeit soll bei mehr als 370 km/h liegen und die Reichweite bei etwa 480 Kilometern. Beeindruckend ist das alles zweifellos, doch bis der Roadster tatsächlich in der Gigafactory Texas vom Band läuft, könnte sich am Konzept noch vieles ändern. Skeptiker verweisen nicht ganz zu Unrecht auf die lange Vorgeschichte dieses Projekts.