Vodafone bereitet sein Kabelnetz offenbar auf DOCSIS 4.0 vor
Vodafone modernisiert sein Kabelnetz derzeit im Hintergrund deutlich stärker, als es offiziell den Anschein macht. Nach Einschätzung des Marktforschers Jeff Heynen von der Dell’Oro Group verbaut der Netzbetreiber bereits in großem Umfang neue 1,8-GHz-Verstärker und NC4000-Nodes von Vistance Networks. Die eingesetzte Hardware gilt als wichtige Grundlage für den späteren Einsatz von DOCSIS 4.0.
Offiziell hält sich Vodafone mit entsprechenden Plänen allerdings zurück. Das Unternehmen betont weiterhin, den Fokus auf die Optimierung des bestehenden DOCSIS-3.1-Netzes, eine stärkere Segmentierung und den Ausbau von Glasfaser zu legen. Zwar wurde DOCSIS 4.0 bereits in einem Feldtest erprobt, konkrete Einführungspläne für Deutschland gibt es laut Vodafone derzeit jedoch nicht.
Ein Widerspruch ist das dennoch nicht, denn die neuen Netzkomponenten sind bereits für Extended Spectrum DOCSIS 4.0 ausgelegt, werden aktuell aber noch für das bestehende DOCSIS-3.1-Netz genutzt. Davon profitieren Kunden unter anderem durch geringere Latenzen, die vor allem bei Echtzeitanwendungen und der zunehmenden Nutzung von KI-Diensten immer wichtiger werden.
Die laufende Modernisierung zeigt deshalb vor allem eines. Vodafone schafft bereits heute die technischen Voraussetzungen für künftige Ausbauschritte, auch wenn der Standard selbst noch nicht eingeführt wird. Ob daraus später ein flächendeckender DOCSIS-4.0-Ausbau oder langfristig ein weiterer Glasfaserausbau bis in die Haushalte entsteht, bleibt hingegen abzuwarten.