Anthropic strebt an die Börse und setzt OpenAI unter Druck
Anthropic hat eine vertrauliche Anmeldung für einen Börsengang in den USA eingereicht und verschafft sich damit einen zeitlichen Vorsprung gegenüber OpenAI. Das Unternehmen hinter dem Sprachmodell Claude machte zwar noch keine Angaben zu Umfang oder Konditionen eines möglichen Börsengangs, setzt jedoch ein deutliches Signal für den KI Markt.
Der Schritt gilt als wichtiger Test für die Investitionsbereitschaft im Bereich künstliche Intelligenz. Nachdem KI Firmen zuletzt vor allem über private Finanzierungsrunden enorme Bewertungen erreichten, wird ein Börsengang zeigen, wie Investoren den Sektor an den öffentlichen Märkten tatsächlich einschätzen. Anthropic wurde zuletzt mit 965 Milliarden US Dollar bewertet und sammelte in einer Finanzierungsrunde 65 Milliarden US Dollar ein.
Analysten bewerten die Einreichung unterschiedlich, denn während einige Anthropic einen strategischen Vorteil zuschreiben, weil das Unternehmen die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich zieht, sehen andere vor allem Chancen für OpenAI. Der Konkurrent könnte zunächst beobachten, wie Investoren auf die Finanzzahlen und Geschäftsdaten eines führenden KI Unternehmens reagieren.
Zusätzlichen Rückenwind könnte Anthropic durch das aktuell starke Interesse an Wachstumswerten erhalten. Da SpaceX erst vor wenigen Wochen ebenfalls Unterlagen für einen Börsengang eingereicht hat, könnte das Marktumfeld für ambitionierte Technologieunternehmen derzeit besonders günstig sein.