MOVESPEED P20 (MSP20): 20.000 mAh LiFePO4-Powerbank im Test

Powerbanks gibt es wie Sand am Meer – doch echte Innovation ist selten. Die MOVESPEED MSP20* (auch bekannt als MOVESPEED P20) verspricht genau das: Eine 20.000-mAh-Powerbank mit Lithium-Eisenphosphat-Akkutechnik (LFP/LiFePO4), integriertem USB-C-Kabel und bis zu 35 Watt Ladeleistung – alles in einem kompakten, stabilen Kunststoffgehäuse. Wir haben das Gerät ausführlich getestet und schauen uns genau an, ob die vollmundigen Versprechen des Herstellers der Realität standhalten.

Lieferumfang & erster Eindruck

Im schlichten Karton befinden sich lediglich zwei Dinge: die Powerbank selbst sowie eine knappe Bedienungsanleitung. Ein Ladekabel liegt nicht bei – das ist allerdings verschmerzbar, denn der Clou der MSP20 ist ja gerade das integrierte Kabel. Der erste Eindruck ist solide: Das stabile Kunststoffgehäuse fühlt sich hochwertig an und liegt mit seinen Abmessungen von 147,6 x 69 x 30 mm angenehm in der Hand. Mit rund 418 Gramm ist das Gerät aber kein Leichtgewicht – dazu gleich mehr.

Design & Verarbeitung

Die MSP20 setzt auf ein schlichtes, aber hochwertiges Design. Das stabile Kunststoffgehäuse schützt zuverlässig vor mechanischen Einflüssen. Auf der Vorderseite befindet sich das kleine digitale Display zur Ladezustandsanzeige, auf der Unterseite die Anschlüsse. Das fest integrierte USB-C-Kabel ist ca. 30 cm lang und lässt sich sauber verstauen – praktisch für unterwegs, da man kein separates Kabel mitschleppen muss. Ein nettes Gimmick am Rande: Das integrierte USB-C-Kabel kann dank seiner Länge und Flexibilität auch als Trageschlaufe verwendet werden – so lässt sich die Powerbank beispielsweise bequem am Finger oder an einem Karabiner tragen.

Die Verarbeitungsqualität ist insgesamt ordentlich: Keine scharfen Kanten, keine Spaltmaße - leider zieht das Gehäuse allerdings etwas Fingerabdrücke an. Wer allerdings gehofft hatte, ein wirklich schlankes Gerät in der Tasche zu haben, wird durch die Bauhöhe von 30 mm leicht enttäuscht – das ist der Preis für zwei verbaute LFP-Zellen.

Das Display

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal gegenüber vielen Konkurrenten ist das kleine, aber feine digitale Display, das den aktuellen Ladestand in Prozent anzeigt. Wird die Powerbank geladen, erscheint zusätzlich ein grüner Ladebogen mit einem passenden Power-Symbol – eine hübsche und nützliche Visualisierung.

Im Alltag leistet die Anzeige gute Dienste: Im Bereich zwischen 15 und 100 Prozent ist sie bemerkenswert präzise und weicht kaum von den tatsächlich entnommenen Wattstunden ab. Der Hersteller setzt hier offenbar auf eine Shunt-basierte Strommessung oder eine vergleichbare präzise Messtechnik, um den Ladestand akkurat zu berechnen.

Einen Kritikpunkt müssen wir jedoch hier ansprechen: Die Displayhelligkeit ist im Außeneinsatz bei direkter Sonneneinstrahlung deutlich zu gering. Wer im Freien auf einen Blick den Ladestand ablesen möchte, wird sich oft die Augen reiben müssen. Im Dunkeln dagegen leuchtet das Display angenehm und gut ablesbar – ein klassischer Kompromiss, den der Hersteller zugunsten des Stromverbrauchs eingegangen sein dürfte.

Technische Daten im Detail

Bevor wir zu den Messergebnissen kommen, hier zunächst noch ein Blick auf die vollständigen Spezifikationen laut Hersteller:

Merkmal Wert
Modell MSP20 (P20)
Akkutyp Li-Polymer (LFP/LiFePO4 Pouch-Zellen)
Kapazität 20.000 mAh / 6,4 V / 64 Wh (2× 10.000 mAh, je 3,2 V)
Nennkapazität 10.000 mAh (5 V = 3 A)
Type-C Eingang 5 V/3 A, 9 V/3 A, 12 V/2,5 A, 15 V/2 A, 20 V/1,5 A
Type-C Kabel-Eingang 5 V/3 A, 9 V/3 A, 12 V/2,5 A, 15 V/2 A, 20 V/1,5 A
Type-C Ausgang 5 V/3 A, 9 V/3 A, 12 V/2,92 A, 15 V/2,33 A, 20 V/1,75 A
Type-C Kabel-Ausgang 5 V/3 A, 9 V/3 A, 12 V/2,92 A, 15 V/2,33 A, 20 V/1,75 A
USB-A1/A2 Ausgang 5 V/3 A, 9 V/2 A, 10 V/2,25 A, 12 V/1,5 A
Gesamtausgang 5 V/3 A max.
Schnellladenormen PD 3.0, PPS, QC 3.0
Abmessungen 147,6 x 69 x 30 mm
Gewicht ca. 418 g
Zertifizierungen CE, FCC, GB 31241-2022, GB 4943.1-2022

Sind wirklich LFP-Akkus verbaut?

Diese Frage ist berechtigt – denn auf der Verpackung und auf dem Gerät selbst steht lediglich "Li-Polymer". Der Hersteller  erklärt auf der entsprechenden AliExpress-Produktseite* dazu, dass "Li-Polymer" der offizielle Begriff für Pouch-Zellen im 3C-Zertifikat sei und sowohl NMC- als auch LFP-Chemie umfassen kann. Das "Polymer" beschreibe lediglich die äußere Bauform (Pouch), während die interne Chemie eben Lithiumeisenphosphat sei.

Tatsächlich liefert die Energieangabe auf dem Typenschild den entscheidenden Hinweis: Die Powerbank gibt 10.000 mAh bei 6,4 V / 64 Wh an – das entspricht exakt zwei in Reihe geschalteten LFP-/LiFePO4-Zellen  mit je 3,2 V Nennspannung. Herkömmliche NMC-Lithium-Ionen-Zellen hätten hingegen eine deutlich höhere Nennspannung von 3,6–3,7 V pro Zelle. Dieser technische Fingerabdruck bestätigt somit die LFP-Angabe des Herstellers.

Auch das Gewicht von 418 Gramm ist plausibel: LFP-Zellen in Pouch-Bauform mit 20.000 mAh Gesamtkapazität wiegen deutlich mehr als äquivalente NMC-Zellen – der typische Gewichtsnachteil von LFP gegenüber NMC liegt bei rund 30%. Hochwertige LFP-Zellen z. B. von EVE kämen in zylindrischer Metallform auf rund 366 g reine Zellmasse; in der leichteren Pouch-Bauform dürfte die reine Akkumasse etwas darunter liegen, was zusammen mit dem Kunststoffgehäuse, der Elektronik und dem integrierten Kabel sehr gut zum Gesamtgewicht von 418 Gramm passt. Die Herstellerangabe ist damit technisch nachvollziehbar und auch glaubwürdig.

Ladeleistung & Anschlüsse

Die MSP20 bietet vier Ausgangsanschlüsse:

  • Integriertes USB-C-Kabel: bis zu 35 W (20 V / 1,75 A), unterstützt PD 3.0, PPS und QC 3.0
  • USB-C-Buchse: gleiche Ladeleistung wie das integrierte Kabel (20 V / 1,75 A max.)
  • USB-A1 und USB-A2: bis zu 22,5 W (10 V / 2,25 A), ebenfalls mit Quick-Charge-Unterstützung

Im Test konnten alle Ausgänge die vom Hersteller angegebenen Leistungswerte zuverlässig einhalten. Spannungseinbrüche unter Last traten im Normalbetrieb nicht auf. Lediglich bei einem Ladestand unter 10 Prozent war eine Dauerabnahme von 35 W (20 V / 1,75 A) nicht mehr vollständig gewährleistet – die Zellenspannung reicht dann schlicht nicht mehr aus, um dauerhaft die maximale Ausgangsleistung zu liefern. Bei moderateren Entladeraten von 15 W war aber auch in diesem Bereich noch problemloser Betrieb möglich.

Wärmeentwicklung – die Achillesferse

Hier müssen wir deutlich werden: Die Wärmeentwicklung ist die größte Schwäche der MOVESPEED MSP20. Besonders bei maximaler Belastung über das USB-C-Interface (konstant 20 V / 1,5 A, also ca. 30 W und mehr) kommt die Powerbank spürbar ins Schwitzen. In unserem Test schaltete sie bei Zimmertemperatur bereits nach etwa 7 Minuten den Ladevorgang aufgrund von Überhitzung ab. Die anschließende Wärmebildaufnahme zeigte Temperaturen von über 70 °C direkt an den USB-Ports – ein kritischer Wert, der auf unzureichende Wärmeabfuhr im Inneren des kompakten Kunststoffgehäuses hindeutet. Die Oberseite mit Display erreichte dabei immerhin noch rund 50 Grad:

Das bedeutet für die Praxis: Laptops oder Tablets, die dauerhaft mehr als 30 W über einen längeren Zeitraum benötigen, sind mit der MSP20 nur bedingt gut bedient. Wer sein Notebook schnell aufladen möchte, wird feststellen, dass der Ladevorgang nach einigen Minuten unterbrochen wird und erst nach einer Abkühlphase fortgesetzt werden kann.

Deutlich besser sieht es hingegen bei moderateren Lasten aus. In unserem Dauertest mit 5 V / 2 A (10 W) – also typischer Smartphone-Ladung – blieb die Powerbank lediglich lauwarm. Die Wärmebildaufnahme zeigte hier am USB-Port rund 36 °C, auf der Oberseite knapp 31 °C – völlig unkritische Werte. Für Smartphones, Kopfhörer, Smartwatches und ähnliche Kleinverbraucher ist die MSP20 also absolut bedenkenlos geeignet.

Nutzbare Kapazität: Was kommt wirklich an?

Der Hersteller wirbt mit 64 Wh (20.000 mAh / 6,4 V). In der Praxis ist die nutzbare Kapazität naturgemäß geringer, da Umwandlungsverluste im DC/DC-Wandler sowie ein interner Schutzpuffer der Zellen anfallen.

In unserem Messaufbau mit hoher Dauerbelastung (knapp 30 W) kamen wir auf nutzbare 50 Wh – das entspricht einer Effizienz von rund 78%. Bei schonenderem Betrieb mit konstanten 10 W erreichten wir immerhin 54 Wh nutzbarer Kapazität, was einer Effizienz von 84% entspricht.

Damit liegt die MSP20 leicht unterhalb vergleichbarer NMC-Powerbanks, die oft Effizienzen von 85-90% erreichen. Der Grund hierfür liegt nicht etwa in schlechter Fertigung, sondern in einem konstruktiven Merkmal von LFP-Akkus: Um die Zellen vor Tiefentladung zu schützen und ihre Lebensdauer zu maximieren, riegelt der Hersteller die Entladung intern bei einem Zellpuffer von etwa 5-10% ab – dem Nutzer wird auf dem Display trotzdem "0%" angezeigt. Diese Maßnahme ist technisch sinnvoll und für die Langlebigkeit der Zellen wichtig.

Aufladen der Powerbank selbst

Auch das Laden der MSP20 selbst funktioniert mit bis zu 30 W (20 V / 1,5 A) – sowohl über die USB-C-Buchse als auch über das integrierte Kabel. Das ist für eine 64-Wh-Powerbank eine akzeptable Ladeleistung; bei 30 W ist die Powerbank grob in ca. 3 Stunden vollgeladen. Wer ein leistungsstarkes USB-C-Netzteil besitzt, kann also ohne Umwege und ohne separates Kabel direkt über das integrierte Kabel laden.

Fazit: Für wen lohnt sich die MOVESPEED MSP20?

Die MOVESPEED P20 (MSP20)* ist eine technisch interessante Powerbank mit LiFePO4-Akku, digitalem Display, integriertem USB-C-Kabel und einer soliden Ausgangsleistung von bis zu 35 W. Die Vorteile von LFP-Akkus – also höhere Sicherheit, längere Lebensdauer, bessere Temperaturstabilität und geringere Brandgefahr – sprechen besonders sicherheitsbewusste Nutzer an.

Stärken:

  • LFP-Akkutechnik mit langer Lebensdauer
  • Integriertes USB-C-Kabel mit bis zu 35 W – kein Extra-Kabel nötig
  • Integriertes Kabel lässt sich als praktische Trageschlaufe verwenden
  • Präzise Ladestandsanzeige (15–100%) dank guter Strommessung
  • Solide Verarbeitung mit stabilem Kunststoffgehäuse
  • Alle vier Ausgänge erfüllen die Herstellerangaben zuverlässig

Schwächen:

  • Überhitzung bei Dauerbelastung über 30 W – Ladeabbruch nach ca. 7 Min.
  • Display im Sonnenlicht schwer ablesbar
  • Etwas geringere nutzbare Kapazität im Vergleich zu NMC-Konkurrenten

Die MSP20 eignet sich hervorragend als täglicher Begleiter für Smartphones und kleinere Geräte. Nutzer, die regelmäßig ein Laptop oder Tablet mit mehr als 30 W über längere Zeit laden möchten, sollten die Wärmeproblematik im Hinterkopf behalten. Wer dagegen Wert auf Langlebigkeit, Sicherheit und eine faire Kapazität in robustem Gehäuse legt, bekommt hier ein solides Gesamtpaket.

Stefan Kröll

Über den Autor

Gründer von Xgadget.de und IT-Experte mit über 15 Jahren Erfahrung in den Bereichen macOS, Windows und Smart Home. Als leidenschaftlicher Tech-Enthusiast zudem auch spezialisiert auf Raspberry Pi Projekte und individuelle IT-Lösungen, um komplexe Technik für Anwender verständlich und nutzbar zu machen.

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