Claude erweitert sein Kontextfenster auf eine Million Tokens
Anthropic hat das Kontextfenster seiner KI-Modelle deutlich erweitert. Die Modelle Claude Opus 4.6 und Sonnet 4.6 können nun Eingaben von bis zu einer Million Tokens verarbeiten und das ohne zusätzliche Kosten. Bisher mussten Nutzer bei sehr langen Eingaben einen Preisaufschlag von 100 Prozent zahlen. Dieser entfällt nun, wodurch das große Kontextfenster für alle Anwender verfügbar wird.
Um die Leistungsfähigkeit zu überprüfen, hat Anthropic die Modelle in zwei Bereichen getestet: Beim gezielten Auffinden von Informationen in sehr langen Texten sowie beim logischen Schlussfolgern über den gesamten Kontext hinweg. Beim sogenannten Retrieval erreicht Opus 4.6 laut Unternehmensangaben bei 256.000 Tokens rund 92 Prozent Genauigkeit. Wird der Kontext auf eine Million Tokens erweitert, sinkt der Wert auf etwa 78 Prozent. Das kleinere Modell Sonnet 4.6 kommt unter denselben Bedingungen auf rund 65 Prozent. Zum Vergleich nennt Anthropic deutlich niedrigere Werte für konkurrierende Modelle wie GPT-5.4 oder Gemini 3.1 Pro, wobei diese Zahlen nicht unabhängig bestätigt sind.
Besonders interessant ist das Abschneiden beim logischen Schlussfolgern. Hier verliert Opus 4.6 selbst bei maximalem Kontext nur wenige Prozentpunkte und erreicht laut Anthropic rund 68 Prozent Genauigkeit. Das zeigt ein zentrales Problem großer Kontextfenster, denn es reicht nicht allein, viele Informationen aufnehmen zu können – ein Modell muss sie auch korrekt verarbeiten und miteinander verknüpfen. Ob diese Leistung auch in realen Unternehmensanwendungen stabil bleibt, wird sich jedoch erst im praktischen Einsatz zeigen.