Deepseek V4: Vorschau nur für China
Das chinesische KI-Unternehmen Deepseek geht mit seiner Version 4 einen ungewöhnlichen Weg. Wie unter anderem von Reuters berichtet, erhielt diesmal nämlich kein US-Chiphersteller vorab Zugriff auf das neue Modell. Stattdessen durften ausschließlich chinesische Partner, darunter etwa Huawei, die Software frühzeitig testen und für ihre eigene Hardware optimieren.
In der KI-Branche ist es mittlerweile eigentlich üblich, neue Modelle vor der Veröffentlichung eng mit großen Chipanbietern wie Nvidia oder AMD abzustimmen. Ziel ist es, maximale Leistung auf verbreiteter Hardware sicherzustellen. Deepseek selbst hatte in der Vergangenheit mit Nvidia-Ingenieuren kooperiert.
Dieses Mal jedoch erhielten chinesische Unternehmen mehrere Wochen Vorsprung, um Deepseek V4 speziell auf ihre Systeme zuzuschneiden, vermutlich ein strategisches Signal in Richtung technologischer Eigenständigkeit. Marktbeobachter relativieren allerdings auch die Auswirkungen auf Nvidia oder AMD.
Brisant sind allerdings Vorwürfe aus den USA: Ein Regierungsvertreter behauptete, Deepseek habe sein neues Modell mit Nvidias Blackwell-Chips trainiert und wolle mögliche Hinweise darauf in der Vorschauversion entfernen. Ziel sei es, später zu erklären, das Training sei ausschließlich mit Huawei-Beschleunigern erfolgt.
Bereits 2025 war bekannt geworden, dass Deepseek beim Training teilweise weiterhin Nvidia-Chips nutzte, nachdem es Probleme mit Huawei-Hardware gegeben hatte. Kurz darauf veröffentlichte die Zhejiang-Universität ein Deepseek-Modell, das angeblich vollständig auf Huawei-Beschleunigern basierte.
