Tesla erleidet erstmals Umsatzrückgang – Aktie steigt trotzdem
Tesla hat mit den jüngsten Quartalszahlen ein ambivalentes Bild geliefert, denn auf der einen Seite steht erstmals in der Unternehmensgeschichte ein rückläufiger Jahresumsatz, auf der anderen Seite übertrafen Gewinn und Erlöse im vierten Quartal knapp die Erwartungen der Analysten – ein Umstand, der die Aktie nachbörslich steigen ließ.
Der Blick auf das Gesamtjahr zeigt jedoch, wie stark der Druck auf Teslas Kerngeschäft geworden ist. Sinkende Auslieferungen, insbesondere im Wettbewerb mit chinesischen Herstellern wie BYD, sowie geringere Einnahmen aus Umweltzertifikaten belasten Umsatz und Marge spürbar. Besonders alarmierend ist der deutliche Einbruch in der Automobilsparte, während gleichzeitig die Kostenbasis kräftig wächst und den Nettogewinn massiv schrumpfen lässt.
Anstatt sich ausschließlich auf den stagnierenden Fahrzeugverkauf zu konzentrieren, versucht Tesla nun die Aufmerksamkeit der Investoren auf neue Wachstumstreiber zu lenken. Der geplante Ausbau autonomer Fahrdienste, erste Robotaxi-Pilotprojekte und die Entwicklung eines eigenen Fahrzeugs ohne Lenkrad markieren einen klaren Strategiewechsel in Richtung softwaregetriebener Mobilität. Ergänzt wird dieser Kurs durch ein milliardenschweres Investment in Musks KI-Firma xAI, das die technologische Basis für autonome Systeme und humanoide Roboter stärken soll.
Ein weiterer Hoffnungsschimmer kommt zudem aus dem Energiegeschäft, das zweistellig wächst und zunehmend zur Stabilisierung der Gesamterlöse beiträgt. Somit steht Tesla vor einer Phase des Umbruchs, denn während das klassische Autogeschäft an Dynamik verliert, Gewinnen immerhin Zukunftsprojekte an Bedeutung. Die positive Reaktion der Börse deutet darauf hin, dass viele Anleger weniger auf die schwachen Gegenwartszahlen schauen und mehr auf die große Wette, dass Tesla sich erfolgreich neu erfinden kann.
