WhatsApp droht Einstufung als sehr große Online-Plattform

Seit Monaten zeichnet sich ab, dass WhatsApp stärker in den Fokus der europäischen Digitalregulierung rückt. Nun prüft die EU-Kommission konkret, ob der Messenger mit seinen öffentlichen Kanälen als „sehr große Online-Plattform“ im Sinne des Digital Services Act (DSA) eingestuft werden muss. Der Hintergrund: Während private Chats grundsätzlich nicht unter den DSA fallen, ähneln öffentliche Kanäle in ihrer Funktionsweise klassischen sozialen Netzwerken und könnten damit reguliert werden.

Ausschlaggebend ist hier vor allem die Reichweite, denn bereits Anfang 2025 meldete WhatsApp knapp 47 Millionen monatlich aktive EU-Nutzer in seinen Kanälen und überschritt damit die im DSA festgelegte Schwelle von 45 Millionen. Wenige Monate später lag die Zahl sogar bei über 51 Millionen. Dennoch blieb eine formelle Einstufung bislang aus, auch weil die klare Abgrenzung zwischen privatem Messaging und öffentlicher Verbreitung rechtlich komplex ist.

Das könnte sich 2026 ändern, denn die Kommission hat angekündigt, den DSA entschlossener durchzusetzen und schließt eine künftige Einstufung der WhatsApp-Kanäle als VLOP ausdrücklich nicht aus. Für Meta hätte das spürbare Folgen, da zusätzliche Pflichten zur Risikobewertung und Transparenz verpflichtend wären und potentielle Verstöße mit hohen Geldbußen geahndet werden könnten.

Neu wäre diese Situation für den Konzern allerdings nicht. Facebook und Instagram gelten bereits seit 2023 als sehr große Online-Plattformen. Ob WhatsApp folgt, hängt nun davon ab, wie überzeugend die Trennung zwischen privater Kommunikation und öffentlicher Reichweite nun definiert werden kann.



(Bild: WhatsApp Inc.)
Datum:
12.01.2026, 00:04 Uhr
Autor:
Stefan Kröll
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