Kabelfernsehen im Umbruch: Jetzt trifft es auch die Schwarzseher
Lange Zeit blieb das große Abschalten aus, denn obwohl das sogenannte Nebenkostenprivileg Mitte 2024 gefallen ist, konnten viele Mieter weiterhin Kabelfernsehen empfangen, ohne selbst einen Vertrag abgeschlossen zu haben. Inzwischen zeigt sich jedoch Bewegung im Markt. Die aktuelle AGF-Plattformstudie 2025 II macht deutlich, dass die Zahl der Schwarzseher spürbar zurückgeht.
Zur Einordnung: Früher durften Vermieter die Kosten für den Kabelanschluss pauschal über die Betriebskosten abrechnen. Mieter hatten damit allerdings kaum Einfluss darauf, ob sie das Angebot nutzen wollten oder nicht. Gerichtliche Entscheidungen haben diesem Modell dann vor einiger Zeit ein Ende gesetzt. Seitdem liegt die Wahl des Empfangswegs allein bei den Haushalten, inklusive der Entscheidung, ob überhaupt lineares Fernsehen gewünscht ist.
Eigentlich hätte das sofort zu massenhaften Abschaltungen führen müssen. Doch Kabelanbieter wie Vodafone zögerten, unter anderem wegen des erheblichen technischen Aufwands und aus Rücksicht auf die Reichweiteninteressen der Privatsender. Diese Schonfrist scheint nun allerdings langsam zu enden, denn nur noch rund ein Drittel der Haushalte ohne neuen Vertrag gibt an, weiterhin Kabelfernsehen empfangen zu können, deutlich weniger als noch bei der vorherigen Erhebung.
Gleichzeitig haben sich aber auch viele Nutzer neu orientiert. Drei Viertel der betroffenen Haushalte haben mittlerweile einen eigenen Kabelvertrag abgeschlossen, andere sind dagegen auf alternative Empfangswege umgestiegen. Vor allem internetbasiertes Fernsehen legt spürbar zu und gewinnt Marktanteile, während Kabel insgesamt an Bedeutung verliert.
