Grok im Fadenkreuz: Europas harter Kurs gegen KI

Die EU-Kommission hat nun tatsächlich ein Verfahren gegen den KI-Anbieter xAI und dessen Chatbot Grok eröffnet – offiziell, um den Missbrauch durch die Erstellung sexualisierter Bilder realer Personen einzudämmen – doch wie so oft wirft das Vorgehen der EU mehr Fragen auf, als es beantwortet.

Bereits kurz vor der Einleitung des Verfahrens hatte X nämlich bereits Einschränkungen eingeführt. Die umstrittene Bikinibild-Funktion ist mittlerweile nur noch für zahlende Nutzer verfügbar um Verstöße durch die dort erfassten Zahlungsdaten besser ahnen zu können. Außerdem werden zu fragliche Anfragen mittlerweile auch technisch blockiert. Dennoch reicht der EU-Kommission das offenbar nicht aus, vielmehr möchte man nun wohl erreichen, dass die Funktion im europäischen Raum vollständig verschwindet, Notfalls auch unter Androhung einer Sperre. Damit setzt Brüssel erneut auf Druck, Sanktionen und Regulierung bis an die Grenze des technisch Machbaren.

Auffällig ist allerdings zudem auch der politische Hintergrund. Das Verfahren war zunächst verschoben worden, um den damaligen US-Präsidenten Trump nicht zu provozieren. Allein dieser Umstand zeigt, dass hier nicht nur die bloße Rechtsdurchsetzung, sondern auch Machtpolitik eine Rolle spielt. Die EU präsentiert sich gern als Hüterin digitaler Ordnung, agiert dabei jedoch zunehmend wie eine zentrale Kontrollinstanz, die festlegt, welche Funktionen erlaubt sind und welche nicht.

Der Digital Services Act entwickelt sich damit schrittweise von einem Instrument gegen eindeutig illegale Inhalte zu einem Werkzeug, mit dem Plattformen tief in ihre Produktgestaltung hineinreguliert werden. Kritiker sehen darin eine gefährliche Grauzone: Wo endet Schutz und wo beginnt Zensur? Wenn ganze Funktionen verboten werden, statt gezielt Missbrauch zu bekämpfen, trifft das letztlich alle Nutzer – vor allem auch jene, die die Technologie bislang verantwortungsvoll einsetzen. Eine EU, die immer häufiger mit pauschalen Verboten, Drohkulissen und politischem Kalkül arbeitet, riskiert so nämlich, das Vertrauen in eine offene digitale Gesellschaft zu untergraben.



(Bild: x.ai)
Datum:
27.01.2026, 00:40 Uhr
Autor:
Stefan Kröll
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