EU beendet 150-Euro-Freigrenze beim Online-Shopping
Wie bereits vermutet hat die EU nun tatsächlich neue Zollregeln beschlossen und dies könnte spürbare Folgen für Onlinekäufer haben. Ab Juli 2026 fällt die bisherige Freigrenze für Kleinsendungen unter 150 Euro. Was einst den Zoll entlasten sollte, hat sich durch Milliarden Pakete aus Drittstaaten zu einem strukturellen Nachteil für den europäischen Handel entwickelt. Künftig wird für solche Sendungen also eine Pauschalabgabe fällig.
In der Übergangsphase, die mindestens bis Mitte 2028 gelten soll, werden pro Warenkategorie 3 Euro erhoben. Das klingt überschaubar, kann sich aber summieren: Enthält ein Paket nämlich z.B. mehrere Produktgruppen, wird die Gebühr gleich mehrfach fällig. Der bürokratische Hebel ist bewusst gewählt, schließlich soll er die Paketflut eindämmen und gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen. Später soll eine zentrale EU-Zolldatenplattform die Pauschalen durch reguläre Zollsätze ersetzen, unabhängig vom Warenwert.
Für Verbraucher bedeutet das vor allem, dass viele vermeintliche Schnäppchen in Zukunft deutlich teurer werden dürften. Besonders betroffen von diesen neuen Zollregelungen dürften Anbieter wie Temu oder Shein sein. Politisch wird der Schritt übrigens mit Marktaufsicht, Produktsicherheit und Fairness begründet. Händler außerhalb der EU sollen vergleichbare Pflichten tragen wie Anbieter im Binnenmarkt.
Eine Sonderrolle könnte vermutlich AliExpress einnehmen. Branchenbeobachter verweisen darauf, dass Waren dort häufig gebündelt per Container nach Europa gelangen, gesammelt verzollt und erst innerhalb der EU weiterverteilt werden. Sollte dieses Modell greifen, könnten zusätzliche Kleinsendungsabgaben teilweise entfallen oder nur geringe Preiseffekte haben. Ob und wie stark sich das im Alltag bemerkbar macht, wird sich mit der Umsetzung der Reform zeigen.
