ChatGPT nutzt Grokipedia als Quellenangabe

OpenAIs neues Sprachmodell GPT-5.2 greift offenbar auch auf Inhalte aus Grokipedia zurück – einer vollständig KI-generierten Online-Enzyklopädie. Tests des Guardian zeigen, dass ChatGPT diese Quelle mehrfach bei sehr unterschiedlichen Themen genannt hat, von geopolitischen Machtverhältnissen bis hin zu historischen Details. Das wirft Fragen auf, wie sorgfältig externe Informationsquellen geprüft werden, bevor sie in Antworten einfließen.

Grokipedia existiert seit Oktober 2025 als maschinell erstellte Alternative zu Wikipedia. Anders als bei klassischen Nachschlagewerken gibt es keine menschliche Redaktion und keine Möglichkeit für Nutzer, Inhalte direkt zu korrigieren. Gerade diese Struktur macht die Plattform anfällig für Verzerrungen, da Fehler oder einseitige Darstellungen nicht transparent überprüft werden können.

Auffällig ist, dass ChatGPT Grokipedia vor allem bei spezifischen Detailfragen nutzt, während es bei bekannten Streitpunkten auf andere Quellen zurückgreift. Dennoch reicht bereits diese punktuelle Einbindung, um potenziell problematische Narrative weiterzuverbreiten. Desinformationsforscher warnen deshalb vor einem Trend, bei dem gezielt Inhalte produziert werden, um KI-Systeme zu beeinflussen. Dass neben ChatGPT auch andere Modelle wie Claude Grokipedia zitieren sollen, verstärkt die Sorge, da KI-Systeme dann zunehmend voneinander lernen und ein Kreislauf entstehen könnte, in dem sich Fehler, Verzerrungen oder gezielte Manipulationen schneller verfestigen würden.



(Bild: grokipedia.com)
Datum:
25.01.2026, 23:54 Uhr
Autor:
Stefan Kröll
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