Amazons Satelliten als neue Herausforderung für die Astronomie
Amazon treibt den Aufbau seiner Leo-Satellitenkonstellation für weltweites Internet mit hohem Tempo voran und stößt dabei auf ein altbekanntes Problem moderner Raumfahrt – die Lichtverschmutzung aus dem All. Neue Messungen zeigen, dass die meisten dieser Satelliten heller sind, als es für ungestörte astronomische Beobachtungen akzeptabel wäre, und damit sowohl die Forschung als auch den natürlichen Eindruck des Nachthimmels beeinträchtigen.
Ein internationales Forschungsteam hat die Helligkeit der Satelliten mit verschiedenen Methoden erfasst und festgestellt, dass rund 92 Prozent das von der Internationalen Astronomischen Union empfohlene Limit überschreiten. Ein Teil von ihnen ist sogar so hell, dass er beim bloßen Betrachten des Sternenhimmels auffällt, ein Effekt, der zunehmend auch Laien wahrnehmen. Besonders problematisch ist, dass sich die Situation mit wachsenden Satellitenzahlen weiter verschärfen könnte.
Positiv ist allerdings, dass Amazon den Dialog mit der Wissenschaft sucht und an technischen Lösungen arbeitet um die Reflexionen zu verringern. Ähnliche Maßnahmen hatten zuvor bei anderen Konstellationen bereits zu Verbesserungen geführt. Dennoch ordnen Fachleute die neuen Ergebnisse in eine Reihe von Warnungen ein, die deutlich machen, wie dringend internationale Regeln für Helligkeit und Design von Satelliten benötigt werden.
