Pollin Electronic stellt Insolvenzantrag – Betrieb läuft vorerst weiter
Der bekannte Elektronikversandhändler "Pollin Electronic" hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Ingolstadt ordnete eine vorläufige Insolvenzverwaltung an und setzte den Nürnberger Rechtsanwalt Joachim Exner als vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Für Kunden gibt es zunächst Entwarnung, denn der Geschäftsbetrieb wird ohne Einschränkungen fortgeführt und auch der Onlineshop bleibt nach wie vor erreichbar.
Nach Angaben des Insolvenzverwalters sind die Gehälter der rund 140 Beschäftigten zunächst bis Oktober 2026 gesichert. In den kommenden Tagen soll die wirtschaftliche Situation des Unternehmens umfassend geprüft werden. Zu den Ursachen der Insolvenz oder möglichen weiteren Schritten gibt es derzeit noch keine konkreten Aussagen. Das erklärte Ziel ist jedoch, den Geschäftsbetrieb langfristig zu erhalten.
Pollin Electronic zählt zu den bekanntesten deutschen Versandhändlern für Elektronikbauteile, Messtechnik und Technik-Sonderposten. Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1891 zurück. Den Grundstein für das heutige Geschäftsmodell legte das Familienunternehmen Anfang der 1970er-Jahre mit dem Einstieg in den Versandhandel für elektronische Bauteile und Sonderposten.
In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte sich Pollin kontinuierlich weiter. Neben dem Onlineshop gehören auch der klassische Versandhandel und ein Ladengeschäft in Pförring zum Unternehmen. Erst 2024 feierte Pollin das Jubiläum "50 Jahre Elektronik-Versand". Wie es für den traditionsreichen Händler weitergeht, dürfte sich nach der Prüfung durch den Insolvenzverwalter zeigen.