GameStop greift plötzlich nach eBay
Der Computerspielehändler GameStop sorgt mit einem überraschenden Vorstoß für Aufsehen. CEO Ryan Cohen hat nämlich ein Übernahmeangebot für die Handelsplattform eBay in Höhe von rund 56 Milliarden US-Dollar vorgelegt. Geboten werden rund 125 US Dollar je Aktie und damit deutlich mehr als zuletzt an der Börse gezahlt wurde.
Der geplante Deal soll etwa zur Hälfte aus Bargeld und eigenen Aktien bestehen. Zwar gilt ein Kreditrahmen in Milliardenhöhe als gesichert, doch ein erheblicher Teil der Finanzierung bleibt bislang weiterhin unklar. Genau hier liegen die größten Zweifel, denn GameStop ist eigentlich deutlich kleiner als Ebay und müsste somit enorme Mittel mobilisieren.
Strategisch zielt Cohen daher auf einen tiefgreifenden Umbau. Gemeinsam könnten beide Unternehmen zu einem breiter aufgestellten Marktplatz wachsen und sich stärker als Konkurrent von Amazon positionieren. Besonders im Fokus steht zudem der Markt für Sammlerstücke, in dem beide Firmen bereits aktiv sind. GameStops Filialen könnten dabei künftig vor allem für Logistik oder die Prüfung von Artikeln genutzt werden.
An der Börse sorgten die Pläne zunächst für Bewegung und ließen die Ebay Aktie steigen. Ob das Angebot tatsächlich umgesetzt werden kann, bleibt jedoch noch offen. Neben der Finanzierung dürfte vermutlich auch Widerstand aus dem Ebay Management eine entscheidende Rolle spielen. Der stationäre Handel von GameStop wurde übrigens zuletzt deutlich zurückgefahren, in Deutschland sind die Filialen zum Beispiel bereits vollständig verschwunden. In den USA ist die Kette hingegen noch präsent, reduziert ihr Netz jedoch kontinuierlich weiter.