Internetsperre im Iran könnte dauerhaft anhalten
Seit den kürzlich gewaltsam niedergeschlagenen Protesten ist der Iran nahezu vollständig vom globalen Internet abgeschnitten. Was zunächst als temporäre Maßnahme erschien, deutet sich inzwischen als tiefgreifender Kurswechsel an, denn Netzaktivisten und Beobachter warnen, dass die seit Anfang Januar 2026 verhängte Sperre den Übergang zu einer dauerhaft kontrollierten digitalen Infrastruktur markieren könnte, in der freier Zugang zur Ausnahme wird.
Berichten zufolge setzt die Regierung auf ein abgeschottetes nationales Intranet, das nur ausgewählten Personen mit Sicherheitsfreigabe den Kontakt zur Außenwelt erlaubt, während die breite Bevölkerung auf staatlich kontrollierte Inhalte beschränkt bleibt. Parallel dazu sollen technische Maßnahmen verhindern, dass alternative Zugangswege wie Satelliteninternet genutzt werden können, ein weiteres Signal dafür, wie ernst es dem Regime mit der Abschottung ist.
Zwar wurden zuletzt einzelne Funktionen wie der Versand von SMS oder der Zugang zu Onlinebanking wieder freigegeben, doch diese Öffnungen wirken eher wie ein pragmatisches Zugeständnis als eine echte Lockerung. Internationale Dienste, Messenger und unabhängige Informationsquellen bleiben blockiert, und Messdaten zeigen, dass die Internetnutzung weiterhin nur einen Bruchteil des Normalniveaus erreicht.
