Tether legt sich eine Goldreserve zu

Tether, ein sogenannter Stablecoin, sorgt aktuell für Schlagzeilen, denn während viele Notenbanken ihre Goldkäufe zuletzt reduzierten, hat die Kryptoplattform in nur zwei Quartalen mehr Edelmetall erworben als jede Zentralbank mit öffentlich zugänglichen Daten. Laut einer Analyse von Jefferies, auf die sich die Financial Times beruft, kamen zwischen April und Juni rund 24 Tonnen hinzu, gefolgt von weiteren 26 Tonnen im dritten Quartal. Insgesamt sollen nun mindestens 116 Tonnen Gold in einem Schweizer Lager ruhen – eine Menge, die mit den Beständen mancher europäischer Zentralbanken vergleichbar ist.

Warum Tether so aggressiv auf Gold setzt, bleibt aktuell jedoch rätselhaft. Da die US-Regeln eigentlich verhindern, das Edelmetall als Reserve für einen Stablecoin einzusetzen, vermuten Analysten vielmehr eine strategische Vorbereitung auf die Tokenisierung von Gold. Dabei würden digitale Anteile an physischem Gold auf der Blockchain handelbar, also eine Verbindung klassischer Vermögenswerte mit den Vorteilen kryptografischer Technik.

Tether selbst bleibt zurückhaltend und offenbart weiterhin nur begrenzt, wie seine Reserven genau zusammengesetzt sind.



(Bild: tether.to)
Datum:
29.11.2025, 00:19 Uhr
Autor:
Stefan Kröll
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