Napster verabschiedet sich vom klassischen Musikstreaming
Napster war schon immer gut darin, sich neu zu erfinden, doch diesmal fällt der Schnitt offenbar besonders radikal aus. Klassisches Musikstreaming soll nämlich endgültig der Vergangenheit angehören. In der App sucht man deshalb mittlerweile vergeblich nach Songs bekannter Künstler, denn die Lizenzverträge mit den großen Labels sind beendet. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten und einem Eigentümerwechsel richtet sich die Plattform nun konsequent auf ein neues KI-Kerngeschäft aus.
An die Stelle von Musikkatalogen treten sogenannte AI-Companions, mit denen Nutzer eigene Songs erschaffen können. Ob Rock, Hip-Hop oder elektronische Klänge, mit wenigen Vorgaben generiert die KI innerhalb kurzer Zeit komplette Tracks, deren Rechte vollständig beim Nutzer liegen. Musik wird hier nicht mehr konsumiert, sondern produziert, geteilt oder sogar vermarktet.
Doch Napster denkt größer als nur an Musik, denn die Plattform positioniert sich als interaktive Medienumgebung mit KI-Begleitern für Fitness, Lernen oder Produktivität, die per Video-Chat genutzt werden können. Auch Podcasts und Hörbücher sind integriert, allerdings dialogisch, sodass Inhalte unterbrochen und hinterfragt werden dürfen. Bestandskunden bleiben automatisch an Bord, zahlen weiterhin den gleichen Preis und erhalten ein Kreditmodell für Gespräche oder Song-Generierung. Wer damit nichts anfangen kann, muss also selbst die Reißleine ziehen und sein Abo aktiv beenden.
