Gmail verlängert POP3-Unterstützung um einige Monate
Für viele wirkt POP3 wie ein Relikt aus einer anderen Internetzeit, doch noch immer setzen etliche Nutzer auf das betagte Protokoll – sei es aus Gewohnheit, aus technischen Gründen oder wegen fest etablierter Arbeitsabläufe. Umso aufmerksamer wird registriert, dass Google den Zeitplan für das POP3-Aus bei Gmail überraschend angepasst hat. War im letzten Jahr noch von einer raschen Abschaltung die Rede, scheint man nun das Protokoll stückchenweise für Nutzer abzuschalten.
Der neue Fahrplan sieht vor, dass neue Nutzer ab dem ersten Quartal 2026 keinen Zugriff mehr auf POP3 erhalten, allerdings nur sofern sie das Protokoll bislang nicht verwendet haben. Bestandsnutzer können POP3 dagegen vorerst weiter nutzen, doch auch hier ist das Ende im Laufe des Jahres 2026 vorgesehen. Damit verschiebt sich der Abschalttermin also lediglich nach hinten, während die grundsätzliche Richtung klar bleibt.
In der Praxis dürfte die Umsetzung dieser Regelung allerdings schwieriger werden, als es auf dem Papier klingt. Alte Konfigurationen, lokal gewachsene Strukturen und spezialisierte Mail-Workflows lassen sich nicht immer reibungslos auf moderne Alternativen umstellen, insbesondere dort, wo POP3 fest in bestehende Prozesse integriert ist. Der fehlende, eindeutig kommunizierte Stichtag sorgt zusätzlich für Unsicherheit und erschwert verlässliche Planung.
Trotzdem sollten aktuelle POP3-Nutzer langsam aber sicher eine Umstellung auf das aktuelle IMAP-Protokoll in betracht ziehen um späteren Problemen aus dem Weg zu gehen.
