Galaxus macht in Deutschland trotz Verlusten weiter

Der Expansionskurs von Galaxus in Deutschland wirkt auf den ersten Blick wie ein kostspieliges Abenteuer ohne schnellen Erfolg. Seit dem Markteintritt 2018 hat die Tochtergesellschaft nämlich über 200 Millionen Euro Verlust angehäuft, allein 2024 waren es 56 Millionen. Angesichts solcher Zahlen könnte man erwarten, dass die Konzernmutter „Migros“ – wie bereits bei Tegut – die Reißleine zieht, doch genau das Gegenteil passiert.

Trotz roter Zahlen hält die Zürcher Zentrale am deutschen Markt fest. Zwar wächst Galaxus hierzulande dynamisch und hat es unter die größten Onlinehändler geschafft, bleibt aber klar im Schatten von Amazon. Wirtschaftlich trägt sich das Geschäft bislang nicht. Dennoch verfolgt Migros eine langfristige Logik, die über Deutschland hinausgeht.

Der entscheidende Punkt ist nicht allein der Wettbewerb im größten europäischen Markt, sondern der Effekt auf das Kerngeschäft in der Schweiz. Mehr Volumen bedeutet bessere Einkaufskonditionen bei Lieferanten, wodurch sich Preise drücken lassen. Gleichzeitig verteilen sich Investitionen in Logistik und Technologie auf eine größere Basis. Die Expansion dient damit als Hebel, um die Marktposition im Heimatland zu stärken – auch wenn sie kurzfristig Verluste produziert.

Was also derzeit noch wie ein riskantes Defizitgeschäft aussieht, ist Teil einer größeren Strategie. Laut einem Bericht der Neue Zürcher Zeitung setzt Migros bewusst auf Skaleneffekte statt auf schnellen Gewinn. Nach ersten Prognosen rechnet man sogar ab 2028 oder 2029 mit einer ersten Profitabilität des Geschäfts.

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