Chinesischer Arbeitsspeicher rückt in den Fokus der PC-Branche
Die angespannte Lage auf dem globalen Speichermarkt zwingt PC-Hersteller zum Umdenken, denn immer mehr große Anbieter prüfen derzeit den Einsatz von Arbeitsspeicher aus China, um Lieferengpässe besser abfedern zu können. Konkret geht es um DRAM des Herstellers ChangXin Memory Technologies (CXMT), der bislang vor allem im chinesischen Markt präsent ist.
Nach Berichten aus Branchenkreisen testen Unternehmen wie HP, Dell und Acer bereits CXMT-Speicher oder befinden sich sogar in der Zertifizierungsphase, bei der Stabilität und Haltbarkeit der Module geprüft werden. Asus soll ebenfalls Interesse zeigen, während Lenovo als chinesischer Konzern mutmaßlich schon länger auf CXMT-Bausteine setzt. Selbst Apple gilt nicht grundsätzlich als abgeneigt, auch wenn politische Faktoren in der Vergangenheit ähnliche Pläne gebremst haben.
Technisch scheint CXMT inzwischen konkurrenzfähig zu sein. Das Unternehmen bietet moderne DDR5- und LPDDR5X-Chips mit hohen Taktraten an, die aktuelle Prozessoren von AMD und Intel vollständig ausreizen können. Zwar soll die Energieeffizienz noch leicht hinter den Marktführern Samsung, SK Hynix und Micron liegen, doch Qualität und Ausbeute wurden zuletzt deutlich verbessert.
Einen Preisvorteil verspricht der chinesische Speicher allerdings nicht mehr. CXMT verlangt inzwischen vergleichbare Preise wie die etablierte Konkurrenz. PC-Hersteller können allerdings zumindest ihre Lieferkette um einen zusätzlicher und unabhängigen Zulieferer erweitern.
