China zieht die Notbremse bei Türgriffen

Was futuristisch aussieht, kann im Ernstfall zum Risiko werden. China plant, versenkbare und rein elektronische Türgriffe ohne mechanische Notentriegelung zu verbieten. Ab 2027 sollen neue Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen nur noch zugelassen werden, wenn sich Türen innen und außen auch rein mechanisch öffnen lassen – komplett unabhängig von Strom, Software oder Sensoren.

Der Hintergrund ist ernst, denn viele moderne E-Autos, darunter alle Tesla-Modelle, nutzen keine klassischen Türgriffe mehr. Die Griffe sind technisch gesehen lediglich Schalter, die eine elektrische Entriegelung auslösen. Fällt die Bordelektrik nach einem Unfall aus oder blockiert das System durch Kälte, bleiben die Türen unter Umständen verriegelt. Notmechanismen existieren zwar oft, sind jedoch schlecht gekennzeichnet, versteckt oder in Stresssituationen kaum intuitiv bedienbar.

Für die Hersteller ist das also mehr als eine Detailfrage. China ist der wichtigste E-Auto-Markt der Welt, und die neue Vorgabe zwingt Marken wie Tesla, BYD oder Mercedes-Benz zu grundlegenden Konstruktionsänderungen. Sicherheit schlägt also Aerodynamik und gutes Design muss sich nicht nur messen lassen, sondern im Notfall vor allem auch funktionieren.



Auch Tesla müsste dann wohl seine Türgriffe bald überarbeiten. (Symbolbild: Tesla.com)
Datum:
05.01.2026, 00:08 Uhr
Autor:
Stefan Kröll
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