Brauchen wir Überwachungskameras?

Immer wenn es ein neues unschönes Ereignis in Deutschland gab, wird wieder darüber diskutiert, ob mehr Überwachungskameras benötigt werden, die für mehr Sicherheit sorgen. Die Diskussion dreht sich dabei vor allem um Kameras im öffentlichen Bereich, während es im privaten Bereich auch viele Fragen gibt, die schwer zu beantworten sind.

Gerade im öffentlichen Bereich gilt es dabei immer zwischen Sicherheit und Freiheit abzuwägen. Mehr Überwachungskameras bieten mehr Sicherheit, schränken aber die Freiheit ein. Was ist unserer Gesellschaft wichtiger? Genau in Bezug auf diese Frage gibt es immer wieder Diskussionen, die besonders dann aufkommen, wenn wieder etwas Schreckliches passiert ist, was durch Kameraüberwachung vielleicht hätte verhindert werden können.

In anderen Ländern dagegen sind Überwachungskameras in verschiedenen Bereichen schon ganz normal geworden. Ein brisantes Beispiel für private Überwachungskameras sind dabei die Dash-Cams, welche beispielsweise in den USA eine wichtige Rolle spielen, um im Falle eines Unfalls genau belegen zu können, wer der Unfallverursacher ist.

Kameras im öffentlichen Bereich

Zunächst ist es spannend, sich die Vorteile anzuschauen. Mehr Kameraüberwachung ist nämlich sinnvoll, da auf diese Weise auf die Strafverfolgung von Verbrechen erleichtert wird. Dabei sollte aber beachtet werden, dass die Kameras an sich wohl kaum das Verbrechen verhindern können. Gerade schlimme Straftäter genießen es sogar, wenn sie bei ihrer Tat auch noch gefilmt werden oder es ist ihnen schlichtweg egal.

Quelle: Photo Mix auf Pixabay

Es gibt allerdings auch schon einige Fälle, in denen eine Überwachungskamera entscheidende Hinweise zu der Identität eines Straftäters geben konnte, wie bei dem Mann, der in Berlin eine Frau von den Treppen getreten hatte. Dabei sollte man sich auch vor Augen halten, dass die Kameraüberwachung lange nicht die einzige Überwachung ist, der wir uns tagtäglich aussetzen. Handys und große Firmen überwachen jeden Schritt von uns.

Gegner von öffentlichen Überwachungskameras dagegen sprechen immer wieder davon, dass die Rechte der deutschen Bürger damit eingeschränkt werden würden. Viele Menschen wollen sich nicht einfach so filmen lassen, egal wo sie sich gerade befinden. Dagegen spricht auch, dass eine entsprechende Überwachung eines so großen Kameranetzwerkes erst einmal gewährleistet werden muss. Überwachungskameras helfen oftmals daher erst nach der Tat bei der Aufklärung, nicht aber während oder vor einer möglichen Tat. Viele unschöne Ereignisse hätten also wahrscheinlich dennoch nicht verhindert werden können.

Im Endeffekt handelt es sich bei dem Thema Überwachungskameras aber einfach nur um eine wiederkehrende Diskussion, bei der es beinahe unmöglich ist, einen gesellschaftlichen Konsens zu finden. Auch Regelungen wie die Datenschutzgrundverordnung machen es immer schwerer, wenn es um das Thema Überwachung geht.

Wie sieht es mit Überwachungskameras im privaten Bereich aus?

Gerade im privaten Bereich gibt es große Unsicherheiten, was Überwachungskameras angeht. Viele werden es sicherlich schon einmal erlebt haben, dass jemand an seinem Haus etwas verwüstet hat oder etwas anderes kaputt gemacht wurde. Wer hat dann nicht das Bedürfnis, an seinem Haus eine Kamera aufzustellen? Schließlich handelt es sich doch um das eigene Grundstück und da wird man doch wohl eine Kamera aufstellen dürfen oder nicht?

Ganz so einfach ist es leider nicht und kann auch teuer werden. Wer sich unsicher ist, sollte sich genau informieren. Gelbe Seiten hat wichtige Aspekte, die man bei der privaten Videoüberwachung beachten muss, zusammengestellt. Dabei spielen die Kennzeichnungspflicht von Kameras eine wichtige Rolle, da fremde Personen beim Betreten eines Grundstücks wissen müssen, dass sie überwacht werden. Viele Menschen wollen sich außerdem die Arbeit sparen und zur Abschreckung nur eine Attrappe aufstellen, doch auch hier gibt es genaue Regeln, die beachtet werden müssen.

Grundsätzlich darf nur innerhalb der eigenen Grundstücksgrenzen überwacht werden. Gerichtsurteile fallen hier deshalb so streng aus, da hochrangige Rechte von Dritten gefährdet sind, so wie beispielsweise das Recht auf informelle Selbstbestimmung. Hier muss genau abgewogen werden, ob das Aufstellen einer Videokamera wirklich erforderlich ist.



(Bild von cdz auf Pixabay)
Datum:
01.10.2019, 00:02 Uhr
Autor:
Comments:
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* gesponserter Link
Blogverzeichnis - Bloggerei.de