75-Millionen-Strafe für Adobe: Streit um Kündigungsgebühren beendet
Der Softwarekonzern Adobe hat einen Rechtsstreit mit der US-Regierung über versteckte Kündigungsgebühren mit einer Zahlung von 75 Millionen US-Dollar beigelegt. Zusätzlich verpflichtet sich das Unternehmen, bestimmten Kunden seine Programme zeitweise kostenlos bereitzustellen. Obwohl Adobe die Einigung begrüßt, weist der Konzern den Vorwurf eines Fehlverhaltens zurück.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stand das seit 2012 etablierte Abomodell für Programme wie Adobe Photoshop, Adobe Premiere Pro und Adobe InDesign. Nutzer, die ihr Jahresabo vorzeitig kündigten, mussten eine Gebühr in Höhe von 50 Prozent der verbleibenden Vertragskosten zahlen. Kritiker bemängelten, dass diese Kosten für Verbraucher nicht ausreichend sichtbar gewesen seien und erst im Kleingedruckten oder hinter Links auftauchten. Auch der Kündigungsprozess selbst soll laut Behörden unnötig kompliziert gestaltet gewesen sein.
Die Klage wurde 2024 vom United States Department of Justice eingereicht, nachdem die Federal Trade Commission entsprechende Hinweise geliefert hatte. Die Behörden warfen Adobe vor, mit versteckten Gebühren und Hürden beim Kündigen gegen den Restore Online Shoppers‘ Confidence Act zu verstoßen. Auch zwei Manager des Unternehmens standen zeitweise im Fokus des Verfahrens.
Mit der Einigung ist der Konflikt nun abgeschlossen. Für Adobe kommt der Schritt in einer Phase starken Wachstums: Der Großteil der Einnahmen stammt inzwischen aus dem Abo-Geschäft, das dem Unternehmen zuletzt Rekordumsätze bescherte. Gleichzeitig kündigte Vorstandschef Shantanu Narayen an, sich aus der Unternehmensführung zurückziehen zu wollen, sobald ein Nachfolger gefunden ist.