Steam entfernt freizügige Inhalte auf Druck von Zahlungsanbietern
Die Gaming-Plattform Steam hat kürzlich eine Vielzahl von Titeln aus dem Bereich freizügiger Erwachsenenunterhaltung aus ihrem internationalen Store entfernt. Der Grund: Beschwerden von Zahlungsdienstleistern wie Visa, Mastercard und PayPal. Laut Betreiber Valve sollen die betroffenen Spiele gegen deren Richtlinien verstoßen.
In einer Stellungnahme erklärte Valve, man habe die Spiele entfernt, um die Zusammenarbeit mit den Zahlungsanbietern nicht zu gefährden. Denn ein Verlust dieser Dienste könnte den Kauf anderer Inhalte auf Steam erschweren. Welche Anbieter sich konkret beschwert haben, bleibt unklar.
Die entfernten Titel, teilweise mit äußerst grenzwertigen Inhalten, waren in Deutschland ohnehin nicht verfügbar. Hierzulande existiert bereits seit Jahren keine Kategorie mehr für sogenannte „Adult Only“-Spiele im Steam Store, ein Hauptgrund dafür ist das Fehlen eines Altersverifikationssystems, das Valve bislang nicht implementiert hat.
Innerhalb der Community stößt die Entscheidung dennoch auf Kritik. Viele fürchten, dass externe Unternehmen künftig über die Inhalte auf Steam mitentscheiden könnten. Besonders heikel: Laut den englischsprachigen Richtlinien von Valve können künftig weitere Inhalte entfernt werden, wenn sie nicht mit den Vorgaben der Zahlungsanbieter konform gehen.
Zugleich wächst auch der öffentliche Druck auf diese Dienstleister. Die Organisation Collective Shout hat einen offenen Brief an PayPal, Visa und Co. veröffentlicht, in dem sie ein härteres Durchgreifen gegen freizügige Spiele auf Plattformen wie Steam fordert. Was als Maßnahme gegen fragwürdige Inhalte begann, wirft nun größere Fragen auf, etwa, wie viel Macht Unternehmen aus dem Finanzsektor über digitale Vertriebsplattformen ausüben sollten.