Frankreich will Kinder aus sozialen Netzwerken heraushalten
Frankreich plant einen tiefgreifenden Einschnitt im digitalen Alltag junger Menschen, denn ab September 2026 sollen Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren keinen Zugang mehr zu sozialen Netzwerken haben. Die Regierung begründet den Vorstoß mit dem Schutz der psychischen Gesundheit und spricht von notwendiger digitaler Hygiene, um Minderjährige besser vor Cybermobbing, Suchtmechanismen und problematischen Inhalten zu bewahren.
Noch ist das Gesetz nicht beschlossen, doch die Richtung ist klar – schließlich forderte kürzlich auch das EU-Parlament bereits ein Mindestalter für Social-Media. Nach Zustimmung im Senat liegt der Entwurf nun bei der Nationalversammlung, während der Staatsrat zunächst prüft, ob das Vorhaben mit europäischem Recht vereinbar ist. Anders als frühere Regelungen, die auf elterliche Zustimmung setzten, soll nun ein echtes Verbot kommen, weil Alterskontrollen bislang leicht zu umgehen waren und in der Praxis kaum griffen.
Im Zentrum der Debatte steht die technische Umsetzung. Plattformen sollen künftig zuverlässig das Alter ihrer Nutzer überprüfen, ohne dabei den Datenschutz zu unterlaufen, eine Herausforderung die bislang ungelöst ist. Kritische Stimmen warnen zudem vor Umgehungsmöglichkeiten und einem Eingriff in die Erziehungsfreiheit der Eltern, wenngleich Umfragen zeigen, dass ein Großteil der Bevölkerung den Kurs unterstützt.
