Nokia erwirkt Verkaufsstopp bei Acer und ASUS
Wer in Deutschland aktuell einen neuen Laptop oder Desktop-PC von Acer oder Asus kaufen möchte, stößt derzeit auf unerwartete Hürden. Hintergrund ist nämlich ein Urteil des Landgerichts München I, das im Rahmen eines Patentstreits zugunsten von Nokia ausgefallen ist. Beide Hersteller haben deshalb ihren Direktvertrieb über die deutschen Online-Shops vorläufig gestoppt.
Im Zentrum steht ein standardessenzielles Patent zur Videocodierung (EP2661892), das Technologien rund um den H.265-Standard (HEVC) abdeckt. Dieser ist entscheidend für die effiziente Komprimierung hochauflösender Videos und damit praktisch in jedem modernen Computer relevant. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass betroffene Geräte ohne entsprechende Lizenz genutzt wurden und erließ darum eine Unterlassungsverfügung.
Die Webshops von Acer und Asus zeigen derzeit nur noch eingeschränkte Inhalte. Notebooks und Desktop-PCs sowie Tablets und andere klassische PC-Systeme sind nicht mehr bestellbar. Weiterhin angeboten werden immerhin noch Produktkategorien, die nicht mit dem Streit verknüpft sind, etwa Monitore, Netzwerkgeräte oder Zubehör. Außerdem sind Restbestände von Rechnern sind teilweise bei Händlern verfügbar, doch neue (Nach-) Lieferungen könnten ausbleiben.
Acer hat bereits rechtliche Gegenmaßnahmen angekündigt und spricht von einem laufenden Verfahren, in dem eine faire Lösung angestrebt werde. Asus scheint den Konflikt ebenfalls weiterzuführen. Für Käufer bedeutet das vorerst vor allem Unsicherheit bei Verfügbarkeit und Sortiment. Bereits in der Vergangenheit verfolgte Nokia übrigens eine konsequente Lizenzstrategie für sein umfangreiches Patentportfolio. München gilt dabei als bevorzugter Gerichtsstandort, nicht zuletzt wegen der zügigen Verfahren und der klaren Linie in Patentsachen.
