Wie Technologie das Online-Spiel verändert

Technologie schreitet in Riesenschritten voran und verändert weltweit den Alltag. Der Boom im Online-Handel und bei den nur virtuell existierenden, aber real gehandelten Kryptowährungen sind zwei Beispiele. Enorme Veränderungen hat aber auch die Online-Glücksspielbranche verzeichnet, die sich dank neuer Technologien inzwischen längst gegen die alteingesessenen Landcasinos durchsetzen kann. Das fing mit den Online-Automaten an, die vom einarmigen Banditen nicht nur zum Fünf-Walzen-Spiel, sondern auch zu anderen, originellen Spielvarianten an Slotmaschinen umgerüstet wurden. 

Gespielt werden kann inzwischen so gut wie überall, wo es Internet gibt. Zu Hause auf dem Sofa, am Pool, beim Warten auf dem Flughafen oder im Bus – dank immer verbesserter Apps, die wenig Speicherplatz in Anspruch nehmen, ist das alles längst kein Problem mehr.

Wem das Spielgefühl mit Avataren bislang zu steril war, der kann inzwischen auch am PC, auf dem Tablet oder per Smartphone sogar Live-Spiele erleben und sich so wie am Tisch in einem klassischen Casino vorkommen. Beim Live-Casino wird die Pokerpartie, das Roulette- oder Blackjack-Spiel von einem Dealer oder Croupier aus Fleisch und Blut geleitet. Die Online-Spieler werden per Videoübertragung dazu geschaltet.

Weiter in Richtung Digitalisierung geht ein anderer Trend, nämlich der zu 3D. Dabei werden die Bilder mit einem speziellen Filter bearbeitet, der ohne 3D-Brille ein verschwommenes Bild erzeugt, aber mit der Brille die Pixel gestochen scharf darstellt. Einige Bildbereiche rücken in den Vordergrund, andere treten in den Hintergrund, und der Zuschauer bekommt das Gefühl, mittendrin zu sein. Im Online-Casino gibt es immer mehr Möglichkeiten für den Einsatz, von Slotmaschinen in 3D, bei denen sich zum Beispiel bei einem Piratenspiel nach dem Bergen des Schatzes ein virtueller Goldregen über den Gewinner ergießen könnte. Allerdings gehört dazu außer der 3D-Brille auch ein hochauflösender Bildschirm sowie ein Quäntchen Glück. 

Mit veralteten Geräten bleibt die neue Spielewelt in ihrer ganzen Vielfalt unerreichbar. Genutzt werden können die Spiele allerdings auch im althergebrachten 2D, und die Entwickler haben Wert darauf gelegt, dass auch dabei der Erlebnisfaktor nicht zu gering ausfällt.

Als nächster Schritt in der Spielewelt wird der Ausbau von virtueller Realität erwartet, die rundherum 3D-Effekte liefert. Headsets und Brillen gibt es seit Jahren, doch die meisten Modelle sind noch immer recht klobig, schwer und damit auf längere Zeit unbequem zu tragen. 

Bis das Herumspazieren im alten Rom, auf dem Mars oder im virtuellen Casino mit seinen verschiedenen Bereichen von der Bar bis zum Pokerfloor Alltag ist, wird noch ein bisschen Zeit vergehen. Wie das im Endeffekt aussehen kann, hat Steven Spielberg in seinem jüngsten Kinohit „Ready, Player One“ gezeigt, in dem die Menschen die meiste Zeit in der künstlich geschaffenen „Oase“ verbrachten und je nach Lust, Laune und Guthaben ihren Avatar verändern konnten.

Am Computer erzeugte künstliche Wirklichkeiten haben zahlreiche Anwendungsgebiete. Vor allem in der Medizin kommt VR bereits zum Einsatz. Therapeuten nutzen virtuelle Welten zum Beispiel bei der Behandlung von Angststörungen. In Altersheimen und Krankenhäusern lässt sich mit virtueller Realität der graue Alltag durchbrechen und die Lebensfreude von Patienten und Bewohnern verbessern.

Hauptnutzer ist aber noch immer die Spielebranche. Playstation und Xbox erweitern ständig ihr Angebot an Games, die per Brille oder Headset gespielt werden. Diese werden an die Konsole angeschlossen. Mehrere, dicht vor den Augen befindliche Bildschirme produzieren die Bilder, während der Träger im Bereich der Sinne von seiner Umwelt abgeschottet ist. Um Bewegungen auf die Monitore zu übertragen, werden Sensoren an Kopf und Händen angebracht, oder es werden Sensoren im Raum untergebracht, die die Motorik registrieren und weiterleiten.

Für Spiele auf dem Smartphone gibt es Headsets, die gleichzeitig als Telefonhalterung dienen.

Noch ist aber außer dem Gewichtsproblem auch die Auflösung nicht ideal, und es kann zu störenden optischen Effekten wie groben Pixeln kommen.

Allerdings werden in zahlreichen Laboratorien weltweit immer neue Möglichkeiten getestet.

Den ersten echten Durchbruch hatte VR mit dem 2014 durch Facebook übernommenen Startup Oculus Rift. Leistungsfähigere Prozessoren und Grafikkarten sowie günstigere und dabei hochauflösende Monitore machten die Headsets und Brillen erstmals erschwinglich und massentauglich. 

Allein in den Jahren 2014 und 2015 gab es rund 225 Investitionen von Venture Capital in die Entwicklung diverser VR Ausrüstung. Seit 2016 sind mit Oculus Rift, HTC Vive und Playstation VR gleich mehrere bekannte Namen auf dem Markt vertreten. Samsung, Sony und Google sind ebenfalls am Entwickeln.

Aber auch im Bereich Augmented Reality tut sich einiges. Wobei in der VR die Wirklichkeit komplett ausgeblendet wird und der Nutzer sich komplett auf die künstlich erzeugte Welt konzentrieren muss, bleibt sie bei Augmented Reality erhalten und wird nur ergänzt.

Speziell für die Film- und Spielbranche wird die Zukunft allerdings weiter im Bereich VR gesehen, weil das komplette Eintauchen in das Erlebnis dazu gehört, ob nun James Camerons für 3D kreierter Blockbuster „Avatar“ geguckt wird oder man sich wie auf der Leinwand James Bond an den Spieltisch setzt, um auch bei den Karten seine Überlegenheit zu demonstrieren.

VR spielt auch auf Messen wie der Cebit in Hannover eine wachsende Rolle. Immer bessere Brillen bedeute auch immer bessere Spiele. Für Musikfans mit wenig Zeit ist „Beat Saber“ gedacht, ein Rhythmus-Spiel in der Art von „Guitar Hero“, bei dem mit Lichtschwerter im Takt der Musik Klötzchen durchschnitten werden.

„The Climb“ ist eine Klettersimulation, die höchste Konzentration und Kontrolle erfordert. 

An alte Arkadenspiele und Klassiker aus dem Online-Casino erinnert „Pinball FX2 VR“. Dabei werden drei Flipper-Tische simuliert. Auf Effekte wird dabei aber dennoch nicht verzichtet, so dass beim Flippern unter Wasser durchaus mal ein Hai vorbeischwimmen kann. Technologie macht vieles möglich.



Es gibt immer mehr VR-Spiele. (Bild: Valve)
Datum:
28.07.2018, 02:39 Uhr
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